Sudan – Tauchsafari


Werner hat schon komisch geschaut, als ich bei ihm die Tauchsafari im Sudan buchte und ich meinte, ich brauche nur den Flug von Kairo in den Sudan, den Rest organisiere ich schon.

Sudan – die Anreise

Der Abflug von Kairo in Richtung Sudan entpuppte sich komplizierter als gedacht. Pünktlich zur angegebenen Uhrzeit versuchte ich, am Flughafen meinen Ansprechpartner für die Tickets zu finden.
Die Minuten, Stunden gingen ins Land und ich fand ihn nicht. Mein Flug war auch nirgendswo angeschrieben und ich sah auch niemanden der Tauchgepäck oder ähnliches dabei hatte. Nach gefühlten zwei Tagen – es waren wohl fünf Stunden – traf ich drei Leute, die das gleiche Ziel hatten. Aber immer noch kein Ansprechpartner, der mir das Ticket geben wollte, in Sicht.
Ohne Ticket ging ich durch die erste Sicherheitskontrolle, dahinter befand sich der Check-In. Plötzlich standen Schlangen von Menschen mit Tauchgepäck vor mir, mein Reiseleiter und mein Ticket waren auch gleich gefunden.
Donnerstags scheinen diverse Tauchsafaris von Port Sudan, meinem Zielort, aus zu starten. Ich zählte ca. 70-80 europäisch aussehende Personen.
Nach einiger Zeit und mit ca. sieben Stunden Verspätung startete unser Flieger. Sudan Airways, denen es aus sicherheitstechnischen Gründen nicht gestattet war, auf europäischen Flughäfen zu landen, besitzt – wie ich später erfuhr – nur eine einzige Maschine.

Port Sudan bei Nacht

Mit dieser wird auch der Präsident geflogen – laut Auswärtigem Amt lag gegen den Präsidenten vom Sudan ein Haftbefehl und eine Anklage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag vor. Bedingt durch die Reisepläne des Präsidenten war der Flugplan von Sudan Airways eher als flexibel zu sehen.
Endlich – mit acht Stunden Verspätung – erreichten wir Port Sudan. Die Zollmodalitäten erwiesen sich – mit Ausnahme von Personen, die Alkohol schmuggeln wollten – als unproblematisch (organisierte Reise). Für uns ging es gleich weiter auf die Boote. Es waren ägyptische Tauchboote, die in der Wintersaison im Sudan Tauchsafaris anbieten.

Tauchsafari Sudan

Sudan Hafen - Port SudanDie Tauchsafaris im Sudan hielten das, was das Internet versprochen hatte. Eine Woche Riffe, Haie und ch hatte den Eindruck im Vergleich zu Ägypten deutlich größere Fischschwärme. Wir betauchten die alte Unterwasserstation “Précontinent“ von Jack Cousteau, das beeindruckende Wrack der Umbria vor Port Sudan. Bei unseren Tauchgängen tickten mein Buddy und ich ähnlich. Wir versuchten, wo es ging, strömungsreiche Tauchgänge über die Plateaus zu vermeiden. Wir hielten uns eher auf dem Plateau auf und beobachteten riesige Barracuda-Schwärme und neugierige Riffhaie.

Landgang

Sudan - Empty street
Nach Abschluss unserer Tauchsafari verbrachten wir einen Tag im Hafen. Hier wurde seitens des Veranstalters eine Fahrt in eine alte osmanische Festung, die noch aus dem Mittelalter stammt, angeboten. Eine Möglichkeit etwas vom Land und von den Leuten zu sehen. Die Fahrt führte uns über eine fast verlassene Straße in der Nähe des Roten Meeres entlang. Nach einiger Zeit erreichten wir einen historischen Ort. Zu meiner Überraschung lagen im Hafen viele moderne Segelboote. Anscheinend wurde dieser natürliche Hafen von Langzeitseglern zum Ankern genutzt. Der alten Festungsanlage sah man Ihr Alter an. Der Zahn der Zeit nagte an den alten Mauern. Sudan alte Festung der Türken Auf dem Rückweg kamen wir an Dorfplätzen vorbei, auf denen eine Menge Stühle standen und Wahlplakate hingen. Am nächsten Sonntag wurde hier die quasi erste freie Wahl nach dem Bürgerkrieg durchgeführt. Leider ging es dann schon – mit der üblichen Verspätung (diesmal zehn Stunden) – im Flieger zurück nach Kairo.