Sikkim und Darjeeling 1


Schneebedeckte Gipfel, Gompas (tibetisch-buddhistische Klöster) und Teeplantagen beschreiben am besten die Regionen Sikkim und Darjeeling im Nordosten von Indien.

Sikkim und Darjeeling

Üppige Wälder und tiefe Täler durchziehen das Gebiet zwischen Nepal, Tibet und Buthan. Bereits auf dem Weg dorthin flattern bunte Gebetsfahnen im Wind. Die Region ist tibetisch-buddhistisch geprägt und die Leute sind extrem freundlich.

Sikkim – Der Ruf des Kanchenjunga

Unsere Reise in das ehemalige Königreich Sikkim beginnt in Rangpo. Um in Sikkim einzureisen, benötigen Ausländer eine Genehmigung, die Inner Line Permit (ILP). Das Prozedere ist relativ einfach: Im Touristenbüro von Rangpo beantragen wir mit Kopien vom Reisepass, Visa und Passfotos die ILP. Danach werden wir an der Grenze in einem Buch registriert und bekommen einen Stempel in den Pass.
Sikkim ist vergleichsweise klein: Von Nord nach Süd beträgt die Ausdehnung nur 100km von Ost nach West nur 80km. Sikkim ist durchzogen von kleinen, engen und zum Teil sehr steilen Bergstraßen. Unser erstes Tagesziel ist Ravangla im Westen Sikkims. Unser Navi streikt hier zum Teil schon. Die Daten von Openstreetmap scheinen nicht aktuell und so fragen wir des Öfteren nach dem Weg.
Von Ravangla aus soll man einen Blick auf den Kanchenjunga, dem mit 8.598m dritthöchsten Berg der Welt) sowie weitere schneebedeckte Gipfle des Himalaja-Gebirges haben. Parkplätze für Loki mit Blick auf den Kanchenjunga sind rar gesät in Sikkim. Die Städte sind zu dicht in die steil abfallenden Berghänge gebaut. So warten wir auf dem nahen Hubschrauberlandeplatz auf den Sonnenaufgang am nächsten Morgen.

Pelling und Umgebung

Noch fasziniert von unserem ersten Blick auf den Himalaja starten wir weiter in Richtung Pelling. Von hier aus soll ein noch besserer Blick auf den Kanchenjunga möglich sein. Das Wetter muss aber mitspielen. Es ist inzwischen der Beginn des Monsuns und Wolken verdecken meist den Blick auf die nur wenige Kilometer entfernten 8.000er.
Wir parken wieder auf dem Hubschrauberlandeplatz. Der Lonely Planet meint, es ist der beste Platz, um den Sonnenaufgang am Kanchenjunga zu beobachten. Es regnet und stürmt die Nacht. Wie uns ein Einheimischer erklärt hat, ein gutes Zeichen für einen klaren Himmel am frühen Morgen. Und so ist es. Noch bevor uns die ersten Sonnenstrahlen wecken können, erreichen indische Touristen um 4:30Uhr in der Früh den Landeplatz. Die Wolken haben sich verzogen und vor uns erhebt sich der Kanchenjunga majestätisch.
Doch auch ohne den Blick auf den Kanchenjunga bietet Pelling einiges. Um die Stadt herum stehen zwei bekannte Gompas, deren Besuch wir uns nicht entgehen lassen. Die Pemayangtse Gompa ist eine der ältesten und bedeutendsten Nyingmapa-Gompas. Sie wurde bereits im Jahr 1705 errichtet. Die Sangchoeling Gompa können wir bereits vom Bett aus sehen. Die zweitälteste Gompa Sikkims erhebt sich nur 2km entfernt auf einem Berg hinter unserem Schlafplatz.

Khecheopalri – Der heilige See

Nur wenige Kilometer von Pelling entfernt liegt der Khecheopalri-See in den Bergen. Der See wird von Buddhisten verehrt. Dem Glauben nach entfernen Vögel eifrig alle Blätter von dem See. Tagsüber herrscht hier ein reger Andrang von Touristen, die Parkplätze sind alle belegt und die Fahrt über die enge Straße dauert trotz weniger Kilometer (ca.30km) Stunden. Ausgleichsstellen sind rar und so müssen wir mit Loki zum Teil auch mehrfach hunderte Meter zurücksetzen, wenn sich ein LKW nähert.
Wenn Ihr das Meer aus bunten Gebetsfahnen und den Bootssteg mit Gebetsmühlen ohne andere Touristen bestaunen wollt, bieten sich die Morgen- und Abendstunden an. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es bei verschiedenen Homestays ausreichend.

Der Tiger Hill und Darjeeling

Der Tiger Hill bietet einen Panoramablick über die Berge des Himalajas. Ein Grund für uns dorthin zu fahren. Fast bereuen wir es. Loki ist einfach zu hoch für die Straße. Auf dem letzten Kilometer säumen unzählige Gebetsfahnen die Straße, auch ist die Einfahrt durch die Schranke nicht hoch genug. Es wird ein Geduldsspiel. Astrid hebt meterweise die Gebetsfahnen über Loki, die Inder versuchen die Schranke zu verbiegen, dass wir durchpassen und ich sitz gemütlich im Auto. Wir brauchen eine Stunde für den letzten Kilometer. Doch wir schaffen es und verbringen die Nacht auf dem Tiger Hill. Es ist die beste Position. Bereits am nächsten Morgen um vier Uhr erreicht die Kolonne mit Jeeps aus Darjeeling den Berg. Wir sind zum Glück schon dort.
Darjeeling selbst empfanden wir nicht so spektakulär. Die alte britische Stadt in den Bergen ist bekannt für Ihre Teeplantagen und ihre Schmalspurbahn. Die Gründung der Stadt geht in das Jahr 1835 zurück, wo die Briten hier ein Sanatorium bauten.


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