Reist nach Nepal


Was können Touristen tun, um Nepal nach dem Erdbeben zu unterstützen?

Wir haben lange diskutiert, wie und ob und wie wir einen Blogeintrag zum aktuellen Geschehen in Nepal verfassen oder nicht. Aber von den Eindrücken und Gesprächen mit Einheimischen richten wir den Aufruf an Euch: Reist nach Nepal.

Der Tourismus ist für Nepal eine wichtige Einnahmequelle für das Land. Im Jahr 2014 betrug der Anteil der Tourismusindustrie knapp 9% am Bruttosozialprodukt. Ungefähr 1,1 Millionen Jobs hängen am Tourismus. Vor dem Erdbeben zählte Nepal unter 188 Ländern zu den Ländern mit der schnellst wachsenden Tourismuswirtschaften (Rang 26). (Quelle: World Travel and Tourism Council)

Die Antwort auf die Frage „Was können Touristen tun, um Nepal nach dem Erdbeben zu unterstützen?“ ist relativ einfach. Kommt und besucht das Land.

Reist nach Nepal

Die Leute fragen uns: Warum reist Ihr nach Nepal? Dort ist alles zerstört und die Leute sind mit anderen Sachen beschäftigt, als sich um Touristen zu kümmern.

Wir alle kennen die Bilder vom ersten Erdbeben und wir haben hier in Nepal auch das zweite selbst erlebt.
In Pokhara wie in anderen Regionen in Nepal gibt es kaum noch Touristen. Wenn Ihr bedenkt, dass der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen für das Land ist, könnt Ihr Euch vorstellen, dass das Ausbleiben der Touristen eine weitere Katastrophe für das Land ist.
Hotels, Gästhäuser, Restaurants, Reiseagenturen, Geschäfte – alle sind leer und so auch die Taschen der Leute, die hier arbeiten.

Viele Leute erzählen uns, dass sie seit dem Erdbeben kein Geld mehr verdient haben. Ihre Jobs sind abhängig vom Tourismus. Und soweit sie nicht in vom Erdbeben betroffenen Regionen leben, erhalten sie auch kein Geld von Hilfsorganisationen.

Wir treffen Krishna. Er kommt aus dem Osten Nepals. Seine Familie ist in seinem Heimatort. Er ist in Kathmandu, um als Trekking Guide zu arbeiten. Mit dem Geld, was er hier verdient, unterstützt er seine Familie daheim. Doch seit Wochen hat er keine einzige Rupie verdient. Es ist nur eine Geschichte von vielen, die wir die Tage auf den Straßen von Kathmandu hören. Doch sie gleichen sich.

Wir werden gefragt, ob wir nicht mehr Werbung für Nepal machen können. Mehr Werbung, dass wieder Touristen nach Nepal kommen. Doch es ist schwer, es den Leuten zu vermitteln, dass man Nepal bereisen kann. Die meisten Leute sind erschreckt von den Bildern, die sie in den News sehen. Es scheint ganz Nepal ist zerstört. Doch das stimmt nicht.

Das Erdbeben hat „nur“ einige Regionen um Kathmandu und weiter in Richtung Norden/Nordosten stark getroffen. Meist sind schlecht gebaute Häuser eingestürzt. In Thamel finden wir nur wenige zerstörte Gebäude.

Versteht uns nicht falsch. Wir wollen nicht sagen, dass das Erdbeben keine große Katastrophe für das Land und die Leute ist. Wir wollen nur sagen, dass Ihr Nepal bereisen könnt. Die Leute brauchen neben Spendengeldern auch das Geld der Touristen. In Pokhara, in Thamel und in anderen Orten sind die Gasthäuser und Restaurants in Ordnung, sie warten nur auf Touristen.

Wir erzählen unserem Gasthausbesitzer von dem Artikel. Er begrüßt ihn. Wir sind die ersten Gäste seit Wochen. Und er ist aufgeregt ein zweiter Gast hat sich angemeldet. Aber das ist nicht genug, um die laufenden Kosten zu decken.

Und ein Schweizer ist im Gasthaus angekommen. Er will Nepal im Aufbau unterstützen und arbeitet wohl bald als Freiwilliger beim „Nepal Survivors Fund“.

Es ist gut, dass es Leute wie Andy gibt. Sie schauen, kommen und helfen!

Aber noch immer kein Geld für z.B. unsere Freunde in Pokhara. Nicht jeder hat die Zeit freiwillig beim Wiederaufbau zu helfen. Aber kommt wieder und besucht das Land.

Vielleicht abschließend noch ein Aufruf der Nepalesischen Regierung vom 13. Mai 2015:
„We would like to assure that Nepal is safe and secured place to visit. We encourage all tourists to visit Nepal and through this to help Nepalese people who are in trouble in this devastation.“

Travel to Nepal

Dieser Artikel ist für alle Leute in Nepal, die gerade auf Touristen warten.