Der Ögii Nuur und das Orkhon Tal 4


Wir haben unsere chinesische Visa, aber auch noch 7Tage Zeit bis es über die Grenze geht. Die Zeit wollen wir nutzen um die Mongolei weiter zu erkunden. Unsere ersten Ziele sind der Ögii Nuur und das Orkhon Tal westlich von Ulan-Bator.

orkhon ugii nuur-7Ögii Nuur

Der Ögii Nuur ist ein See der ca. 350km westlich von Ulan-Bator liegt. Unsere Abfahrt im Oasis verzögert sich etwas. Wir können uns nicht wirklich von den Schweizern und Bennie und Verena trennen. Es werden Gruppenfotos geschossen. Irgendwann kommen wir dann los. Es ist bereits mittags. „Schaffen wir heute noch 350km über die Straßen der Mongolei? Überraschender Weise liegen doch über 300km Teerstraßen vor uns – zum Teil gut ausgebaut und ohne Schlaglöcher. Die Kilometer purzeln. Irgendwo links hinter einer Bergkette muss der See liegen. Dorthin geht es aber nur Off-Road die letzten 20km. Der See ist aber nicht zu sehen. Wir fahren bergauf und bergab. Immer wieder liegt eine neuer Hügel vor uns. Aber endlich erstreckt sich der Ögii Nuur vor uns. orkhon ugii nuur-9Wegweiser deuten auf diverse Ger-Camps, die es um den See herum gibt. Am Ufer zelten viele Mongolen. Wir stellen uns dazu und genießen den Abend. Am nächsten Morgen werden wir von Kühen geweckt, die sich an Loki kratzen und ihn zum Schaukeln bringen. Ein komplette Herde inkl. Yaks (oder Khainag eine Mischung aus Kuh und Yak) stehen vor uns an der Tränke. Pferde, Ziegen, Schafe immer mehr Tiere kommen. Es ist ein Gewimmel. Falken nutzen die Ankunft der Tiere und jagen erschrockene Mäuse.

Orkhon Tal

orkhon ugii nuur-31Nach dem Ögii Nuur geht es weiter für uns in Richtung Orkhon Tal. Die Straße ist noch immer gut ausgebaut bis sie wieder in einem Track endet. Vor uns liegt der Orkhon, einer der größten Flüsse in der Mongolei. Zwischen Bäumen schlängelt sich der Fluss durchs grüne Tal. Wir kommen an einer Brücke vorbei. Die würde Loki nicht über den Orkhon tragen können. Doch stromaufwärts soll es eine neue Betonbrücke geben. Im Schritttempo geht es stromaufwärts. Plötzlich – knapp zwei Meter neben uns – schreckt ein riesiger Geier hinter den Büschen auf. Nicht nur er sondern auch wir sind erschrocken.
Kühe suchen Schutz im Schatten der Bäume. Wir auch und stellen uns für ein paar Stunden an den Fluss und beobachten die Tiere: Reiher, Kühe, Heuschrecken, Mäuse, Kraniche, Milane, Falken und Geier, die weiterhin am Himmel Ihre Kreise ziehen.


4 thoughts on “Der Ögii Nuur und das Orkhon Tal

  • Blaufotograph

    Hallo Astrid & Sven,

    das ist ja mal wieder ein toller Bericht. Danke. Wie macht ihr das eigentlich mit den Fliegen und Mücken ?? Da gibt es doch bestimmt Unmengen davon ? Fressen die Euch nicht förmlich auf ?
    Ist es da üblich, dass man zusammen zeltet? Da kann man ja bestimmt viel über das Leben der Einheimischen lernen. Und wie sieht Euer tägliches Leben so aus? Findet man da an den Seen Früchte und Fische im See?

    Sorry, wenn ich Euch mit so vielen Fragen bombardiere… Ich finde es toll, wenn Ihr so berichtet was ihr alles erlebt.
    VG Axel

    • Sven Gruse Post author

      Hallo Axel,

      ja die Mücken und Fliegen: Für die Mücken gibt es meist n Zeitfenster, danach gibt es kaum noch welche. Die Fliegen sind eher ein Problem in der Mongolei. Wir versuchen uns meist in den Wind zu stellen – wenn welcher ist – dann löst sich das auch ganz schnell. Oder wir verbringen mehr Zeit im Auto.
      Die Einheimischen Zelten sehr viel, aber meist nur um Ulan-Bator, weiter weg wird es ruhiger. Zelten wird meist mit Feiern verbunden: Der Vodka fließt in…. Das musst Du entscheiden, ob Du das magst 😉
      Wir fahren meist von A nach B und suchen uns auf dem Weg nach B einen schönen Stellplatz mit guter Aussicht und Wind. Das Übernachten an Seen war bei uns meist – wegen der Mücken – schwer möglich.
      Die meisten Seen in Reichweite – das heißt mit befahrbaren “Straßen” sind überfischt – wir sehen kaum Fische, die zum Verkauf angeboten werden. Früchte gibt es keine. Wir freuen uns meist schon über einen oder zwei Bäume.

      Viele Grüße von einem Berg in der Mitte der Mongolei

      Astrid&Sven

      PS: Es ist schon überraschend wie gut das Internet hier meist funktioniert 🙂

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