Chengdu – Pandabären 1


Wir haben wiedermal zwei ambitionierte Tagestouren vor uns. Es geht von Xi’an in die Panda-Bären Stadt Chengdu.

Die Fahrt nach Chengdu

Die erste Etappe beträgt gleich mal 450km. Irgendwann im Dunkeln erreichen wir unser Tagesziel. „Morgen sind es nur noch 300km. Da sind wir zum Mittagessen in Chengdu.“ meint Toni unser Guide. Wir sind da skeptisch.

Einmal vor und wieder zurück

Es ist 15Uhr als wir Chengdu erreichen. Ein Straßenwirrwarr führt uns in die Stadt. Es ist Samstag und die Straßen quellen über mit Autos. Wir fahren rechts ab. Von Weiten erkennen wir noch ein Schild: Brücke 3m und versuchen rechts ranzufahren. Benni, der heute Toni mitnimmt, kommt uns schon entgegen. Der Mercedes 911 und Loki passen da drunter nicht durch. Wir sind in einer Einbahnstraße vor und hinter uns hupt der Verkehr. Wir müssen zurück. Todesmutig stürzen Benni, Gabi und Astrid auf die Straße, um diese zu sperren. Wir müssen hier rückwärts wieder raus. Es gelingt irgendwie, die Autos zu blockieren. Nur noch Mopeds und Tuktuk’s quetschen sich an Loki vorbei. Wir sind fast draußen, da passiert es. Eine Mopedfahrerin fährt in Loki hinein und stürzt. Schreckmomente. Glücklicherweise ist Ihr und dem Moped Nichts passiert. Sie steigt auf und fährt weiter. Irgendwann kommen wir hier dann wieder raus und sind zurück auf der Stadtautobahn.

Chengdu – Panda Aufzuchtstation

Chengdu Panda-7Gabi, Christian, Ruth und Walter stehen mit leichtem Gepäck vor uns, als wir uns in die Panda-Aufzuchtstation aufmachen. Die vier machen eine drei Tageskreuzfahrt und wir, naja schauen wir mal.
Wir sind bereits vor 9Uhr in der Früh dort – um 9Uhr steht die Fütterung an. In der Aufzuchtstation selbst bewundern wir die bekannten Großen Pandabären und die kleinen Roten Pandas. Der Park füllt sich langsam immer mehr. Doch so ab 11Uhr sehen wir eigentlich nur noch Leute und keine Pandas mehr. Sie haben sich entweder hoch in die Bäume oder in klimatisierte Käfige verzogen. Den Bergbewohnern ist es hier tagsüber einfach zu warm.

 

People’s Park Chengdu

Chengdu-15Benni, Verena, Astrid und ich haben uns entschlossen, in den drei Kreuzfahrt der anderen, die Stadt unsicher zu machen. Also geht es erst mal auf die empfohlene Shopping-Meile. Wir freuen uns auf kleine chinesische Läden und Märkte. Aber die Shopping-Meile entpuppt sich als Designer-Meile. Jeder Designer, der weltweit etwas auf sich hält, hat hier einen Laden. Auch reiht sich Starbucks an Starbucks – die neue chinesische Lebenskultur? Später zieht es uns noch in den People’s Park. Ehrlich gesagt, chinesische Unterhaltung ist gewöhnungsbedürftig. Alle 20m stehen Boxen und Mikrophone und unmusikalische Chinesen trällern Lieder. Ein ohrenbetäubender Lärm. Wir flüchten ins nächste Teehaus. Hier ist es ruhig und entspannend. Im Vorfeld haben wir die Chinesische Teezeremonie studiert. Doch gebraucht hätten wir es nicht. Wir müssen sogar selbst heißes Wasser nachschenken.
Party ist angesagt. Am parkplatznahen Tempel gibt es Bier in Pitchern und viele Chinesen. Wir finden noch glücklicherweise ein Plätzchen. Doch springen gleich wieder auf. „Wir haben neues verbessertes Bier“ meint die Bedienung „Der 3-Liter Pitcher kostet nur 300 Yuan.“ Das sind knapp 13 Euro pro Liter. Der Preis schlägt selbst das Münchner Oktoberfest.

Chengdu Markets

Wir sind auf der Such nach traditionellen Märkten. „Die sind alle umgezogen und vor der Stadt“ meint Toni. Also ab ins Taxi und auf Richtung Norden. Naja der Taxifahrer fährt uns nur bis zum Busbahnhof. Telefonische Rücksprache mit Toni, wo ist das jetzt genau? Aber die Taxifahrer dort wollen uns nicht fahren. Die Preise sind utopisch. Eine nette Chinesin bringt uns aber zum Bus 651 mit dem wir direkt vor der Anlage halten.
Chengdu-45Angekommen dort sehen wir riesige, mehrstöckige, klimatisierte, neugebaute Hallen. Unzählige Quadratmeter mit Kleidung. Aber wir wollen keine Kleidung, wir wollen einen Gewürzmarkt. Nach einigem Durchfragen finden wir den auch. Bei dem was wir sehen ist schon ein bisschen Ekel mit dabei. Getrocknete Seepferdchen, Skorpione, Kakerlaken, Schlangen usw. – alles was das chinesische Herz begehrt.
Die Fahrt zurück ist einfach. Den Bus finden wir, aber am Busbahnhof wieder kein Taxi. Man nimmt uns nur ohne Taxometer und zu abstrusen Preisen mit. Also laufen wir los. Nach einem Kilometer erbarmt sich ein Taxifahrer und fährt uns mit Taxometer zurück zum Übernachtungsplatz.


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