Chaloklum, Koh Phangan, Thailand 2012


Nach unserem Aufenthalt in Pai und in Siem Reap zog es uns nach Chaloklum.

Die Fahrt nach Chaloklum

Zugegebener Maßen können die Nerven nach 36 h Fahrt, davon mindestens zehn im neonbeleuchteten Sitzgroßraumabteil und weitere sechs auf einer überfüllten Minifähre mit Fahrproblemen, strapaziert werden. Kleiner Tipp am Rande: In Thailand immer antizyklisch zu den Full Moon Partys auf Koh Phangan reisen oder einfach früh genug die Tickets buchen, dann bekommt man auch Plätze im Schlafwagen.
Wenn man dann noch den Anspruch hat, eine schöne Hütte, nicht zu teuer, mit Hängematte und Meerblick und Tauschschule zu bekommen, steigt das Konfliktpotential.

Man kann aber auch an diesem Punkt wieder fest mit ungeahntem thailändischem Organisationstalent rechnen. Runter von der Fähre wird man sofort – wenn man in einem hellen Moment schon beschlossen hat, an welchem Ende der Insel man verweilen möchte – in ein luftiges Songthaew umgeladen, je nachdem, wo man hin möchte – und ca. 20min später steht man an dem in diesem Moment gefühlt schönsten Strand der Welt und nach kurzem Fußweg hat man in den meisten Fällen auch die schönste Hütte der Welt – mit Hängematte zu erschwinglichen Preisen und angeschlossenem Restaurant. Wir hatten uns also aus genannten Gründen (Tauchschule/Dive Inn) für Chaloklam entschieden, einem (noch) kleinen verschlafenen Fischerdorf (zumindest in der Nebensaison) im Norden der Insel. Strand rechts runter – denn links befindet sich eine Fischfabrik….die Spuren hinterlässt.

Koh Phangan – die Partyinsel?

Bekannt ist Koh Phangan für seine Full Moon Partys am Strand von Haad Rin – und ja…wer’s mag….einmal dachten wir uns, muss man so was auch besucht haben und entschieden uns dann für eine der „Half Moon Partys“ im Dschungel – ja, man kann auf dieser Insel immer feiern. Transport hin per Taxi von der Straße, zurück wieder bestens organisiert im Songthaew.

Chaloklum – Der entspannte Norden

Und sonst? Abhängen…am besten den ganzen Tag – Meerblick, Bier und Sonnenuntergänge machen den Menschen faul und träge und Spaziergänge zum nächstliegenden 7/11 kommen einem wie Wanderungen vor. ChaloklumGezielt unterbrochen von Ausflügen rund um die nicht allzu große Insel lebt man hier hervorragend. Wenn man einen Roller mietet, achtet man  – deutsch wie man ist – natürlich zu erst auf eventuelle Schäden – nach 10 Kratzern und Schrammen hörten wir allerdings auf zu zählen und gedachten weitere Blessuren getrost auf den Vormieter schieben zu können. Auch die Auskünfte zum Thema „Fahrsicherheit“ sind recht abenteuerlich:  Von „Nur der Beifahrer muss Helm tragen“ bis, „keiner muss Helm tragen, aber wenn die Polizei kommt und die kommt nur in Thongsala, dann muss der Beifahrer dem Fahrer schnell den Helm aufsetzten“ haben wir alles gehört. Letztendlich trugen wir niemals Helm – allerdings muss man wissen, dass auf Ko Phangan die Haupttodesursache von Bäumen fallende Kokosnüsse sind, direkt gefolgt von Verkehrsunfällen und die sandigen rutschigen Untergründe bewahrheiten diese Statistik.

ChaloklumWenn man aber einen mutigen fähigen Fahrer an seiner Seite hat, kann man es auch wagen, von den Hauptstraßen abzufahren und die kleinen sandigen unterspülten Dschungelstraßen zu nehmen und dann erwartet einen Großartiges. Besonders die Ostseite Koh Phangans ist wenig erschlossen und birgt wahnsinnig romantische einsame Strände.

Am Thaan Prapaad Waterfall versprach man uns einen Weg zum Strand. Nach einer kleinen Hütte, an der man sich noch mit Getränken verpflegen kann und einer Warnung, der Weg zum Wasserfall sei kurz, der zum Strand allerdings lang und gefährlich, stiefelten wir los. WaterfallDer Weg zum Wasserfall WAR kurz, bei 40 Grad Hitze aber auch nicht unanstrengend und eher ein kaum sichtbarer kleiner Trampelpfad als ein Weg. Am Wasserfall – der vor der Regenzeit eher ein Wasserfällchen ist fragt man sich…und wo ist nun dieser Weg zum Strand? Entweder haben Thailänder von Bayern gelernt oder andersrum – der Weg ist mit alpin anmutenden bunten Punkten gekennzeichnet…und er ist…ja..juhu..der Wasserfall. Wir haben uns getraut, den Abstieg zu wagen…und was uns erwartete, belohnte uns wirklich für die Mühen. Ein menschenleerer wunderschöner Strand. Zwar wird das Robinson Gefühl gleich besänftigt durch Spuren, die nur menschliches Leben hinterlassen kann….allerdings hält sich das so in Grenzen, dass man es vergessen kann. Nur früh genug sollte man den Abstieg beginnen, wenn man den Tag am Strand verbringen möchte – die Sonne geht früh unter und einen Aufstieg im Dunkeln empfehle ich nicht.

Im Dunkeln schneit man besser noch bei Lek rein, der in einer minikleinen Bambushütte an der Abzweigung zum Strand eine Reggae-Bar eröffnet hat, mit 2 Sitzen und einem Kühlschrank voller Bier und einem Computer mit unglaublich viel Musik, die ihm alle möglichen Touristen gegeben haben und an den man am besten keinen Stick oder so etwas anschließt, wenn man später keinen schlimmen Virus darauf haben will. Lek steht übrigens auf „women with glasses“  – denn sie sind „very intelligent“.

Nach 10 Tagen mussten wir das Paradies verlassen. Rückfahrt mit der Autofähre nach Suratthani, Nachtbus zurück nach Bangkok.

Für alle Taucher: Für einen genialen Tauchgang von Chaloklum auf nach Sail Rock. Es gibt riesige Schwärme von Barracudas und Fledermausfischen. Im April auch gerne mal einen Walhai.