Bangkok, Pai Thailand 2012 2


Route: Bangkok, Chang Mai, Pai, Siem Reap(Ankor Wat)
Schwierigkeit: Einsteiger

Bangkok! Eine Stadt über die ich mich immer zweimal freue, einmal wenn ich sie betrete und einmal wenn ich sie wieder verlassen darf!

Ankunft in Bangkok

Es ist ca. 7pm. Nachdem uns fünf sehr bemühte Einheimische – unabhängig voneinander – versucht haben, klar zu machen, dass es keine direkte Verbindung mehr zur Khao San Road gebe, gaben wir uns – trotz Zweifeln – geschlagen und stiegen in den vorgeschlagenen Bus ein. Da uns alsbald zwei Schwedinnen und ein Holländer folgten, fühlten wir uns – zunächst – sicher.
Wie sich herausstellte, hatten alle verschiedenste Informationen erhalten – einziger Schnittpunkt: Der Bus fährt definitiv nicht bis zur Khao San.
Nach ca. 20 Min. Fahrt wurden wir dann auch alle, freundlich aber bestimmt, aufgefordert, den Bus zu verlassen und in einen „171er“ einzusteigen.
So fanden wir uns unversehens, aber gefasst unter dem Skytrain auf einer vielbefahrenen, aber wenig begangenen Straße wieder.
Immerhin war es mittlerweile 9 pm und wer Bangkok kennt, der weiß, dass spätestens jetzt alle Bürgersteige hochgeklappt werden. (Die Khao San und die Umgebung ist hier nicht wirklich repräsentativ.)
Na gut, Zeit zum Nichtstun. Deshalb sind wir ja hergekommen. Einfach mal nix tun, oder zumindest alles langsamer tun. Wie heißt es doch so schön: Alles kommt zu dem von selbst, der warten kann.
Als wir den Bus verließen, roch es nach: Bangkok
Ich glaube jede Großstadt hat ihren ganz eigenen Geruch! Bangkok definitiv.
Es riecht nach frittiertem, rußig, heiß (das kann man wirklich riechen), nach Chemie, Mückenmittel, Chili, Asphalt und Früchten.
Zurück zu Thema
Wir sitzen mittlerweile wohl schon eine Stunde im Nirgendwo und nicht mal mehr die Thailänder glauben, dass hier heute noch der Bus kommt.
Also Plan!
Taxi!
5 Europäer in ein Taxi (Man ist ja sparsam). Nachdem ich, ca. eine halbe Stunde auf den Beinen meiner Freundin saß, freute ich mich bei der Ankunft, dass sie noch Beine hatte und diese auch bewegen konnte!
Ab zum Hostel – Für die erste Nacht hatten wir es wegen der späten Ankunft schon von Deutschland aus gebucht.
Einchecken, Formular ausfüllen – ich kann meine Passnummer auswendig – was beim Personal auch sofort zum gewünschten Effekt führte, „Backpacker, kennt sich aus, nicht verarschen“- deutete ich den Blick!
Zimmer „202“ „ zweiter Stock“, „ja klar“ – hoch, rein – scheiße – doch verarscht.
Zimmer mit Fenster! Ja es gibt halt auch Fenster zum Gang!
Hat viele Vorteile, man weiß z.B. immer, wann das Bad frei ist – aber –verarscht!
Wir hatten eine schöne Nacht mit viel Samsong und Eis. Je schneller man die Essensumstellung hinter sich hat, desto besser – meiner Meinung nach!

Am nächsten Morgen auf zum Schifferl fahren!
Mir macht es riesigen Spaß in Bangkok einfach den Fluss rauf und runter zufahren – und es gibt Fahrtwind – zur Eingewöhnung bei 35 Grad Plus – nicht zu verachten.
Schiff fahren in Bangkok ist so einfach, wie das ganze Transportsystem in Thailand. Idiotensicher!
Die verschiedenen Schiffslinien haben verschiedene Farben (weiß, orange, blau, rot) und verschiedene Fahrpreise.
Haltestellen sind in der jeweiligen Farbe gekennzeichnet.
Zack sind wir: Schifffahrprofis!
Wir müssen uns hier auch nicht „markieren“ lassen.
Immer wenn die Thailänder Bedenken bekommen, ob die Touristen ihr wirklich exzellent ausgebautes und leicht verständlich Transportsystem verstehen, markieren sie die Touristen mit farbigen Punkten (je nach Reiseziel) und sortieren sie in kleine Herden zusammen, damit auch wirklich Nichts schief gehen kann.
Ich gebe zu, dass das nach einer 36 stündigen Tour mit Bus, Bahn und Schiff quer durchs Land sehr sinnvoll sein kann. Manche Gäste sind durch Alkoholeinfluss oder Schlafmangel am Ende eines solchen Trips nicht mehr in der Lage sind, noch klar zu denken und würden in alles einsteigen, was bequem aussieht!

Nach diversen Tourivisiten im Bangkok (Palast, Wats…) bestiegen wir zwei Tage später den Nachtzug nach Chang Mai. Wir hatten tatsächlich ein Schlafabteil in der zweiten Klasse ergattert und das kurz vor Sogkran.Zug nach Chang Mai
Zugfahren im Schlafabteil ist die bequemste Art in Thailand zu reisen. Leider gibt es in jedem Zug nur zwei Schlafabteile und eines davon ist klimatisiert, allerdings so sehr, dass man durch Schock -Gefrierung auch nicht einen Tag altert.
Im Zug lernten wir „Mum“ kennen. Mum ist eine der Essens- und Getränkeverkäuferinnen, von denen so viele jede Zugfahrt in Thailand begleiten.
Sie erzählte uns, dass sie „Selbstständig“ tätig sei und von dem wenigen was sie verdient auch noch dem ein oder anderen „Beamten“ was abgeben müsse, um die „Lizenz“ für den Verkauf im Zug zu behalten.
Daher muss sie die Strecke sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr fahren.  Wohnung hat sie keine – wozu auch?
Ihr ganzes Leben spielt sich seit 16 Jahren im Nachtzug von und nach Chang Mai ab.
Wenn Du verehrter Leser sie eines Tages treffen solltest, sei nett und gib ihr reichlich Trinkgeld.

Nach der Ankunft in Chang Mai ging es sofort weiter nach Pai.

In Pai angekommen, wurde ich ein bisschen wählerisch, was die Unterkunft betraf.
Ich wollte eine Bambushütte mit Terrasse. Nach Bangkok hatten wir uns das verdient – fand ich!
Mittlerweile war es dunkel, aber ich wusste von meiner letzten Reise, dass unten am Fluss neue Gästehäuser gebaut worden waren. Also schlug ich diesen Weg ein.
Steg zur Hütte PaiNachdem ich die ersten drei Bambushütten – zu teuer, zu laut, zu teuer – abgelehnt hatte und die Lichter immer spärlicher wurden, stand ich unversehens vor einer Bambusbrücke, die man zu recht als sehr „windig“ bezeichnen konnte. Am anderen Ufer zeichnete sich jedoch schemenhaft  ein Hüttendorf ab.
Gott sei Dank entschied sich meine Freundin, dass wir wenn schon zusammen in den Fluten versinken.
Ergebnis: Schöne Hütte zum respektablen Preis, Wlan, Kaffee for free!

Elefantenreiten in Pai

Ein paar Tage später…
Früh am Morgen –auf zum Elefantenreiten!
ElefantenreitenIch mit Monsterkater. Der letzte Samsong war schlecht!
Bei den Elefanten angekommen, trafen wir auf drei niedlichen Kühen und einem extrem riesigen Bullen.
Die Dame des Camps nahm uns an der Hand und führte uns sofort  zum riesigen Bullen – war klar und das ganze ohne Sattel!
Der Mahout des Bullen sah aus wie Jack Sparrow und führte uns umgehend vor, wie man so einen Bullen besteigen kann – wenn man`s kann.
Selbstverständlich hatte er anschließend riesigen Spaß, uns dabei zu beobachten, wie versuchten uns auf den Elefanten zu wuchten.
Das arme Tier!
Dem Elefanten haben wir wohl auch Leid getan, er half, so gut es ging bei der Aktion mit.
Nun ritten wir erst einmal ein Stück die Straße runter. Ich im Nacken meine Freundin hinter mir, mein Kater und die auch daraus resultierenden Gleichgewichtsprobleme immer an einer meiner Seiten.
Nach links abgebogen und dann den Berg rauf!
Der Mahout hatte jetzt auch keine Lust mehr zu laufen, kletterte filigran wie eine Elfe auf den Kopf des Tieren, rutschte ganz dicht an mich ran und fragte: Are you married!
OK –alles klar- Hilfe!!!
Der Elefant hatte sich inzwischen entschieden den Ausflug zur Futteraufnahme zu nutzen.
Das heißt: Rüssel ins Gebüsch – Rüssel drehen – Kopf senken- und dann in einem Ruck nach oben reißen. Ich im Nacken – ohne Haltemöglichkeit.
Unbeirrt – scheinbar sind noch nie Touris vom Elefanten gefallen – fragte der Mahout weiter: Children?
Scheinbar kann man mit Elefanten gut Frauen abschleppen, aber sicher nicht dann, wenn sie im Nacken des Tieres sitzen und darum kämpfen nicht herunterzufallen.
Um die romantische Stimmung zu unterstreichen, ließ er nun sein Handy thailändische Popmusik abspielen.
So ritten wir – in einer Bullenhitze – vorne der Mahout mit Musik, ich sehr knapp dahinter und hinter mir mein Freundin.
Nach 5 Minuten Stellungswechsel!
Ich, Mahout, Freundin!
Nun schien er sich doch Sorgen zu machen, dass ich runterfallen könnte, denn er legt nun den Arm um meine Taillie- „um mich festzuhalten“!
Meine Freundin schlug vor, dass es vielleicht helfen könnte, diesem Szenario ein Ende zu setzen, wenn wir ihm erzählen würden, dass wir lesbisch wären.
Da aber eines – und nicht mal das unwahrscheinlichste – Ergebnis dieser Lüge sein konnte, dass er einfach vom Bullen runtergerutscht und weggelaufen wäre –ließen wir das und fanden uns mit der Situation ab.
Weitere 10 Minuten später – Stellungswechsel!
Ich, Freundin, Mahout!
….

Busfahrt von Pai nach Chang Mai nach BKK und gleich weiter nach Siem Reap

Mitten in der Nacht auf dem Weg nach BKK blieb der Bus im Nirgendwo stehen. Es gab nichts außer Feldern, Bäumen und – einem anderen Bus. Ein Blick nach unten zeigte mir, dass gerade unser gesamtes Gepäck ausgeladen wurde. Alle Passagiere schliefen noch. Also erst einmal dem Gepäck hinterher. Fragen können auch hinterher nicht beantwortet werden.

Nach einem Blick in den Gepäckraum hatten sich die Fragen auch selbst beantwortet, der ganze Gepäckraum war voller geschmuggelter Singvögel. Nachtbusse werden an den Straßensperren, die sich über die gesamte Strecke im Abstand von 20 km erstrecken, nicht kontrolliert. Also rein in den anderen Bus und weiter schlafen. Nach der Ankunft in BKK, um 6 am, erwischten wir direkt einen Bus zur kambodschanischen Grenze.

Im Bus zwei andere „Farangs“, ein Pärchen, das sich, wie alle Pärchen sehr zurückhaltend verhielt. Da wir aber im Hinblick auf das shared taxi nach der Grenze, nach Siem Reap noch Begleitung benötigten, störten wir ihre Zweisamkeit.
Es waren Deutsche, wie sich herausstellte.
Er hatte die komplette Reise, wie sich weiterhin zeigte, bis auf die Minute geplant. Sämtliche Züge, Busse und Unterkünfte wurden noch von Deutschland aus gebucht.
„Das Buch“ – in diesem Fall nicht der lonely 🙂 Planet – war mit farbigen Reitern übersät, auf den die zu besichtigenden Orte vermerkt waren.
Nachdem ich mich hierrüber herrlich – natürlich nur innerlich – amüsiert hatte, brach seine Freundin das Schweigen.
Als ich ihr 5 Minuten gelauscht hatte, musste ich zugeben, anders hätte diese Reise bei ihr auch nicht funktioniert!


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