Zwei Nächte in Abu Dhabi – Flugverspätung Etihad


Wir näherten uns mit dem Flieger von Etihad dem Flughafen in Abu Dhabi. Die Fluginformation zeigte uns an, dass wir 5:51Uhr überpünktlich in Abu Dhabi landen sollten. Es kam dann aber anders: Wir landeten 50 Stunden später als geplant in München – Flugverspätung Etihad.

Zwei Nächte in Abu Dhabi – Flugverspätung Etihad

Wir starteten pünktlich in Bangkok. Unser Flug verlief problemlos. Wir näherten uns früher als geplant dem Flughafen in Abu Dhabi. Kurz vor dem Landeanflug schwenkte der Pilot aber in eine Warteschleife ein. Durch die Fenster konnten wir die Wüste, Schiffe und den sich langsam abzeichneten Sonnenaufgang beobachten. Der Flieger von Etihad kreiste weiter seine Runden. Die Sonne ging auf. Der Flieger kreiste weiter. Aus dem Fenster konnten wir jetzt weder das Meer noch die Wüste erkennen. Eine Wand schob sich zwischen die Erde und den Flieger. Es kam ein Durchsage vom Kapitän: „Der Flughafen von Abu Dhabi ist in Nebel gehüllt und die Lichter der Landebahn funktionieren nicht.“ Wir kreisten weiter – jetzt schon fast zwei Stunden. Der Treibstoffvorrat näherte sich dem Ende und wir wurden auf einen nahen Militärflugzeug umgeleitet.

Der Zwischenstopp

Auf dem Flughafen konnten wir weitere Flugzeuge von Etihad und Air Berlin beobachten. Wir mussten warten, dass der Nebel in Abu Dhabi sich legte und der Flieger aufgetankt wurde. Nach ca. vier Stunden in unserer Maschine gingen langsam die Getränke aus. Der Kapitän versuchte uns durch regelmäßige Durchsagen, auf dem neusten Stand zu halten. „Wir warten auf den Ingenieur zum Betanken.“ „Wir warten auf die Startfreigabe.“ Eine Startfreigabe erhielten wir aber nicht, da die Crew Ihre maximal zulässige Arbeitszeit überschritten hatte. Wir warteten auf eine neue Crew. Nach ca. fünf Stunden auf dem Flughafen konnten wir endlich abheben und flogen in einer Höhe von 1.800m ca. 15 Minuten in Richtung Abu Dhabi.

Abu Dhabi – Airport Tag 1

Unser Weiterflug nach München war nur verschoben worden – die neue geplante Startzeit 18Uhr gegenüber 8:55Uhr. Es sah noch gut aus.
Das Terminal war voller Menschen. Massen von Ihnen drängten sich am Etihad Schalter. Direkte Ansagen über einen Lautsprecher bzw. von offizieller Seite erfolgten nicht. Ein guter Nährboden für Gerüchte unter den Fluggästen.
Wir warteten. Unser Flug sollte um 18Uhr starten. Wir ergatterten teilweise Wasser und Säfte, die von den Verantwortlichen verteilt wurden. Ein Gerücht erreichte uns relativ schnell. Wir hatten schon die Schlange an Menschen vor dem McDonalds gesehen. Es gab bei Vorlage des Tickets ein freies Menü, besagte das Gerücht. Wir stellten uns an.
Das Gerücht stimmte. Die Menschenmassen wurden in zwei Reihen aufgeteilt: Eine Reihe für zahlende Kundschaft und eine Reihe für Fluggäste mit verspäteten Flügen. Eine junge Dame mit einer Speisekarte stand am Anfang der letzteren Reihe, prüfte die Tickets und verteilte kleine Zettel mit den Menüwünschen der einzelnen Gäste. Diesen konnten wir am Tresen abgeben. Wir erhielten eine Nummer und unser Ticket wurde gestempelt. Mit der Nummer erhielten wir kurze Zeit später unser Wunschmenü. Für die Massen an Personen verlief es äußerst schnell und effizient.
Unsere Abflugzeit kam näher. Es gab keine Durchsagen, keine Offiziellen und auch kein Check-In. Die Leute wurden unruhiger. Der Flug nach Frankfurt, so besagten die Gerüchte, war schon gestrichen worden. Die Fluggäste bekamen Hotelgutscheine und sollten nach Abu Dhabi einreisen. Das Nachtflugverbot in München rückte näher. Unserem Flieger schien das Gleiche zu drohen. Die Leute wurden unruhiger. Auf die vereinzelt auftretenden Offiziellen wurden eingestürmt. Dann war es soweit. Unser Flug mit mehr als 200 Fluggästen wurde ersatzlos gestrichen, wie viele andere Flüge an diesem 6. März.
Vereinzelt von der Anspannung der letzten Stunden liefen Tränen. Ein Offizieller wurde quasi von den deutschen Fluggästen festgehalten, als er uns mitteilte, dass wir am seit Stunden überfüllten Etihad-Schalter Hotelgutscheine bekommen. Nach kurzer Diskussion standen unserem Flieger 3-4 Mitarbeiter des Flughafens zur Verfügung und verteilten uns auf die umliegenden Hotels.
In diesem Moment wurde uns wieder bewusst, wie viel Glück wir haben, dass wir einen deutschen Pass besitzen. Wir konnten ausreisen und die Hotels aufsuchen, da wir ein Visum bei Ankunft erhielten. Tschechische und thailändische Mitreisende, mit denen wir uns in den Stunden vorher nett unterhalten haben, mussten zurückbleiben. Sie erhielten keine kurzfristige Einreiseerlaubnis.
Die Ausreise erwies sich aufgrund der Massen von Menschen als eine weitere Geduldsprobe. Die Schlangen schienen kein Ende zu nehmen. Glücklicherweise wurde uns eine weitere Immigration gezeigt, die nicht so überfüllt war. Wir reisten aus.
Die Schilder unseres Hotels Premier Inn leuchteten unweit des Flughafens. Wir liefen dorthin. Die Massen von Leuten waren dort noch nicht angekommen. Der Check-In verlief schnell und problemlos. Es war inzwischen 22Uhr Ortszeit. Das Hotel verlängerte die Dinnerzeit und wir bekamen ein weiteres warmes Essen. Die Lobby des Hotels füllte sich weiter. Das Hotel war überbucht. Mit Bussen wurden die Leute auf weitere Hotels verteilt. Wir hatten Glück, wir hatten unser Zimmer und gingen schlafen.

Abu Dhabi – Tag 2

Es war gegen 8 Uhr als wir aufwachten. Kurze Zeit später saßen wir beim Frühstück. Ein reichhaltiges Buffet lachte uns an. Wir sahen keinen weiteren Fluggast, der gestern mit uns hier angekommen war. Es gab keine weiteren Informationen seitens Etihad. Wir frühstückten erst einmal und trafen eine Gruppe von Leuten, deren Flug nach Berlin heute Nacht auch um zehn Stunden verschoben wurde.
So gegen 9Uhr machte ich mich allein auf den Weg zum Flughafen, um die Lage zu checken. Massen von Menschen standen an den Schaltern und redeten durcheinander auf die Verantwortlichen ein. Teilweise verließen einzelne Personen den Schalter mit einem Ticket in der Hand. Nach und nach wurden die Trauben an den Schalter weniger und glückliche Leute verließen den Schalter. Ich war etwas verwundert. Wie ging das? Gestern waren alle Maschinen für heute ausgebucht? Das Rätsel löste sich später.
Wir hatten es nicht eilig.
Plötzlich sollten wir zwei Plätze auf der Maschine nach München um 11:15Uhr bekommen – der Start des Fliegers war bereits um knapp drei Stunden verschoben worden. Der Mund von zwei jüngeren Damen stand offen. Wie ging das? Sie hatten gerade eine Übernachtung bekommen und Tickets für den Flieger am nächsten Tag. Ich rannte um Astrid zu holen. Zehn Minuten später standen wir am Schalter. Die jüngeren Damen standen noch immer mit offenem Mund da und waren einem Nervenzusammenbruch nah. Wir hatten es nicht eilig und gaben unsere Tickets weiter.
Im Anschluss daran erhielten wir von Mazen dem Verantwortlichen am Schalter Gutscheine und sollten in einer halben Stunde wieder kommen. Wir holten uns einen Kaffee und was zu Essen und waren ca. 45 Minuten wieder im Schalter.
Anekdote zwischendurch:
Beim Kaffee trafen wir zwei Griechen. Diese wurde letzte Nacht auch nach Abu Dhabi ins Hotel gefahren. Leider erhielten Sie keine Mitteilung seitens Etihad, wann und wie der Flieger bzw. der Shuttle-Bus zum Flughafen fährt. Sie fuhren auf eigene Rechnung zurück zum Flughafen und erhielten das Taxigeld nicht zurück. Sie hatten – ohne dass sie es wussten, Tickets für die Frühmaschine gehabt. Das heißt, sie hatten Ihren Flug verpasst und einen riesigen Ärger neue Tickets zu erhalten.

Zurück am Schalter bekamen wir unsere Boarding-Pässe für den nächsten Tag und einen Hotelgutschein für ein Hotel in Abu Dhabi. Die Autos und Busse des Shuttle-Service waren knapp, so dass wir in einem Schulbus in die Stadt gefahren wurden.
Die junge Dame war lustig, nett aber versuchte auch sehr energisch etwas Ordnung ins Chaos zu bringen. „I deal with 100.000 people and I am alone.“ sagte Sie, was symphatisch war. Die Angestellten des Flughafens waren zum Teil 20 und mehr Stunden im Dienst und versorgten die Massen an gestrandeten Leute. Den Job wollten wir nicht haben.
Im Hotel angekommen, bezogen wir das Zimmer und gingen Abu Dhabi erkunden.
Eine nette Stadt, aber wie wir finden ohne den eigentlichen Charakter einer Stadt wie z.B. Bangkok.

Abu Dhabi – Tag 3

Für 6:55Uhr war unser Pick-Up geplant. Der Flug ging um 8:55Uhr. Am Abend vorher erhielten wir eine Anruf seitens Etihad: ‚Unser Flug sei verspätet, wir würden am Morgen nicht abgeholt und sollten im Hotel auf weitere Anweisungen warten.’ Die Geschichte der Griechen im Hinterkopf standen wir doch um 5:30Uhr auf, machten uns fertig und wollten uns an der Rezeption erkundigen. Die Lobby war voller Menschen. Deutsche mit dem Flugziel München waren auch dabei. Sie hatten keinen Anruf erhalten. In zwei Minuten wurden sie abgeholt. Wir rannten auf unser Zimmer und holten unsere Sachen und fuhren mit. Unser Flieger war nicht verspätet sondern sollte pünktlich starten. Da erhielten wir in der Nacht zuvor wohl eine falsche Information.
Noch waren wir in Abu Dhabi. Wir warteten auf den Check-In. Bevor wir nicht im Flieger saßen, glaubten wir noch nicht an den Abflug.
Am Tag vorher wurden Leute – so erzählten andere Fluggäste wurden sie beim Check-In abgewiesen – mit dem Hinweis auf Überbuchung. Hier löste sich das Rätsel, der quasi aus dem Hut gezauberten Plätze vom Vortag.
Der Check-In erfolgte problemlos. Der Flug startete mit zwei Stunden Verspätung, da noch Gepäck verladen wurde. ‚Vielleicht unser Gepäck’ hofften wir.

Endlich im München

Am Münchener Flughafen waren zusätzliche Plätze für die Gepäckermittlung besetzt und das aus gutem Grund. Das Gepäckband hielt an und 40 Personen standen ohne Gepäck da. Wir gehörten dazu. Die Verlustmeldungen gingen schnell.
Unser Gepäck wurde am nächsten Tag ins Haus geliefert.

In den Tagen in Abu Dhabi haben wir zwei USD für ein Wasser ausgegeben. Wir erhielten Fluggutscheine im Gegenwert von 300USD pro Person. Es wurde für Hotels gesorgt und wir bekamen mehr Essensgutscheine, als wir vernichten konnten.
Wir hörten, dass am Morgen des 6.März ca. 40 Flieger wegen Nebels auf nahegelegene Flughäfen umgeleitet wurden. Das führte zu großen Verzögerungen. Die „Informationspolitik“ hätte besser sein können. Aber wie immer in „Krisen“situation empfindet man alle Informationen als unzureichend. Wir empfanden das Personal als extrem freundlich – und das im Anblick der Massen von Menschen und den Arbeitszeiten von mehr als 20 Stunden.

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