Wüste Gobi 1


Wir haben noch einige Tage bis wir nach China einreisen. Was macht man in der Zwischenzeit? Autos versenken! Also ab mit den Autos in die Wüste Gobi.

Wüste Gobi

Wir treffen uns mit Reisevirus (Walter und Ruth auf Suri 2) und on-a-journey (Benni und Verena auf der fetten Elke) in Arvayheer. Von dort aus starten wir zu unserer Reise durch die Gobi.

Arvayheer zu den Flaming Cliffs

red cliffs, gobi-13Der erste Abschnitt unserer Fahrt geht über zwei Tage und endet an den Flaming Cliffs.
Wir fahren von Arvayheer über Bayangol, Sayvan-Ovoo und Mandal-Oovo nach Bayandzag.
Die Route ist nicht besonders anspruchsvoll. Vor Sayvan-Ovoo gibt es eine kleine Flussdurchfahrt und um Mandal-Ovoo Wellblechpiste vom Feinsten. Die Reisegeschwindigkeit sinkt rapide und wir verlieren fast einen unserer äußeren Staukästen (Die Schrauben haben sich gelöst.)
Am Abend des zweiten Tages und nach insgesamt 327km erreichen wir die Flaming Cliffs. Die roten Berge überragen majestätisch die Ebene. Die Fahrt auf die Klippen erweist sich stellenwiese als anspruchsvoll – sehr sandig und sehr steile Passagen.
Wir werden aber nach der „Auffahrt“ mit einem traumhaften Ausblick belohnt. An den Flaming Cliffs zeigt sich die Kraft des Wasser in der Wüste. Starke Regenfälle haben das Naturschauspiel geschaffen und formen es weiter.

Flaming Cliffs nach Khongoryn Els

khongor els-21Wieder liegt eine 1,5-Tages-Etappe vor uns. Wir verlassen die Flaming Cliffs und fahren über Bulgan erst nach Bayandalay. Die Fahrt ist wunderschön aber anspruchsvoll. Wir folgen von Bulgan einer Route in die Berge. Es geht einen Flusslauf hinauf und weiter auf einer riesigen Hochebene in 2.200m Höhe. Die letzte Passage führt uns durch die Berge. Es gibt enge Passagen, steile Anstiege, ausgewaschene Flussläufe, die wir passieren müssen.
Irgendwann erreichen wir Bayandalay und fahren weiter in Richtung Westen nach Hongorin Els. Die Straße – besser die Piste – ist schrecklich. Gegen Abend erreichen wir die ersten Sanddünen (Khongoryn Els) liegt vor uns. Am nächsten Tag erreichen wir Seruun Bulag – ein Oase am Fuße der großen Sanddünen (Khongoryn Els).

Seruun Bulag – Sevrey – Bayandalay

Wir ignorieren die Ratschläge der Mongolen und fahren nicht direkt zurück nach Bayandalay. Wir wollen die Dünen passieren und auf der anderen Seite der Dünen über Sevrey zurück fahren.
Die Dünen liegen vor uns. Irgendwo soll ein Weg durchführen. Es wird sandiger. Reifenluftdruck senken, um die Auflage zu vergrößern, ist angesagt. Wie wir später merken, war das unnötig. Ein Flusslauf durchquert die Dünen. Der Sand steht vielleicht 20-30cm hoch im Flussbett und ist gut fahrbar. Auf der anderen Seite muss die Luft wieder in die Reifen. Bei Loki ist das eine längere Angelegenheit.
Irgendwann können wir alle weiter. Auf dem Weg nach Sevrey passieren wir Flussläufe und ausgewaschene Bachbetten kreuzen immer wieder die Straße. In Sevrey empfehlen uns die Mongolen nicht durch die Berge, sondern weiter im Süden in Richtung Bayandalay zu fahren. „bad road“! Was sich die Mongolen unter einer „bad road“ vorstellen sollten wir bald merken. Unsere Karten zeigen uns eine Route an den Bergen entlang – Länge 110km vs. 190km Piste auf der Südroute. Also fahren wir los. Unsere Navis haben die versagen beinahe sofort, aber wir wollen uns durchkämpfen.


Kurz darauf in den Bergen kreuzen immer wieder kleine Bachbetten die Piste. Loki hat viel Freiheit und einen langen Radstand. Wir können die ständigen Bachbetten problemlos passieren. Bei Suri 2 und der fetten Elke sieht es anders aus. Immer wieder werden Steine gesucht oder die Spaten herausgeholt. Vor einem wieder schwierigen Bachbett übernachten wir. Morgen schaut der Tag hoffentlich besser aus.
Weit gefehlt. Es gibt zwar ein Schild Bayandalay 114km – nach rechts -, aber wir scheinen die Piste – das richtige Bachbett ?-verpasst zu haben. Alle 200 Meter zweigen sich die Pisten in diverse Richtungen. Auf der Karte ist nur eine Piste, im Navi jetzt gar keine mehr, eingezeichnet. Wir irren durch Berge, die nicht enden wollen, in Richtung Osten. Die Stimmung sinkt. Nach fünf Stunden haben wir vielleicht 20km Luftlinie nach Bayandalay gut gemacht und kein Ende in Sicht. Immer wieder Bergbetten, Anstiege, Senken, Aussteigen … es geht nicht vorwärts. Jeder Flusslauf den wir fahren kann vor einem unlösbaren Hindernis enden. Wir suchen einen Weg ins Tal. Endlich haben wir eine grobe Orientierung, rechts geht’s schneller raus. Also ab ins nächste Bachbett und fahren bis wir aus den Bergen raus sind. Es klappt – wir kommen tatsächlich bis zum Tal durch. Wir erreichen am Abend endlich Bayandalay und fahren weiter in Richtung Yoliin Am. Wir haben nicht mehr viel Zeit in ein paar Tagen müssen wir an der chinesischen Grenze sein.

Bayandalay – Yoliin Am

Yoliin Am-14Ausgeruht, wir haben die Nacht in einem trockenen Flussbett verbracht, machen wir uns auf nach Yoliin Am. Es ist nur eine kurze Strecke von weniger als 30km bis zur berühmten Geierschlucht. Wenn wir zu dem Zeitpunkt doch nur gewusst hätten, dass die Schlucht für uns auf diesem Wege unerreichbar ist. Loki scheitert bereits an der Einfahrt in die Dugany Am. Der Eingang der Schlucht ist schmal und zu schmal für Loki. Ein Bach verschärft die Situation noch, da er die Einfahrt einseitig ausgewaschen hat und die Fahrzeuge schräg stehen. Die fette Elke schafft es problemlos. Für Suri 2 (Toyota Landcruiser mit Aufbau) wird die Schräglage durch das Bachbett zum Problem. Es dauert lange, aber sie schaffen die Durchfahrt.
Wir müssen einen Weg außen rum in die Schlucht nehmen. Die Piste ist steil, eng und mit extremer Schräglage. Irgendwie schaffen wir es. Als wir die anderen in der Schlucht treffen, zittern unsere Knie noch vom Adrenalin.
Nach 20km erreichen wir einen Weg aus der Schlucht heraus. In nur 5km Luftlinie liegt unser Ziel – die Geier-Schlucht. Es geht wieder in einen engen, steilen Weg. Eine Kurve liegt vor uns. Sie ist vergleichbar mit einer Steilkurve beim Autorennen. Ein Mongole kommt uns entgegen und muss stoppen. Er rutscht gleich quer in der Steilkurve herunter in den Graben. Wir können es schaffen, oder nicht? Wir entscheiden uns dagegen und fahren die Passage nicht. So kurz vor China, dass Auto hier umzuwerfen ohne die Möglichkeit zu haben „schweres Gerät“ heranzuschaffen. Nein, ohne uns. Die anderen denken ähnlich. Wir suchen einen anderen Weg aus der Schlucht. War da vorher nicht noch ein Abzweig? Ja auf 2.200m am Ende des Bachbetts befindet sich eine kleine Piste, die aus dem Tal nach oben führt. Yoliin Am-20Nur 4km entfernt von der Geierschlucht. Aber die Piste führt wieder steil am Berg entlang und endet scheinbar erst mal im Nichts. Wir entscheiden uns umzudrehen. Suri 2 und die fette Elke quetschen sich wieder durch die Enge am Eingang von Dugany Am. Wir zittern uns wieder über die Berge und sind nach sechs Stunden wieder dort, wo wir den Tag begonnen haben. Unsere Wege trennen sich hier. Wir wollen die kurze Route nach Dalazagad nehmen, die anderen die in der Karte besser markierte Route südlich von Yoliin Am. Unsere Straße nach Dalanzagad ist gut. Es geht flott im Bachbett nach oben und unten. Ca. 40 km vor Dalanzagad auf Höhe von Yoliin Am beginnt die Teerstrasse.

 

Reiseberichte Links:

On-a-Journey

Reisevirus


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