Südroute Westmongolei 9


Am nächsten Morgen trennen sich die Wege der Freiwilligen Feuerwehr und von Loki.
Auf einer gut ausgebauten Straße geht es auf der Südroute in der Westmongolei in Richtung Elgii.

Südroute Westmongolei

In Elgii wechseln wir Geld, tanken und füllen unsere Vorräte auf.
mongolia Altai-25 Die Südroute führt zum Teil durch die Gobi nach Ulan-Bator, die Nordroute durch die Berge. Da es in den Wochen zuvor viel geregnet hat, ist die Nordroute meist sehr schwer bis gar nicht befahrbar. Wir entscheiden uns für die Südroute.
Weiter geht es über eine gut ausgebaute Teerstraße in Richtung Osten. Der Weg führt vorbei an einem großen See. Abrupt hört die Teerstraße auf und wir stellen uns der mongolischen Straßenrealität.
Feldwegartig führt uns die Piste mit vielen Abzweigungen durch die Westmongolei.
Die Straßen verändern sich: Wellblechpiste wird durch Schlaglöcher abgelöst. Der Weg führt uns weiter hinauf in die Berge.
mongolia Altai-17An einer Flussdurchquerung stehen zwei Mongolen mit Ihrem Adler. Wir nutzen die Möglichkeit, um das Tier näher zu sehen.
Weiter geht es über Berge.

 

 

 

mongolia Altai-14
Unser Navi funktioniert gut und wir bleiben auf der Hauptroute. Es geht in ein Tal. Die Fahrspuren trennen sich. Vor uns liegen zwei Seen an der Navi-Empfehlung. Ein mongolisches Fahrzeug, wie wir später erfahren vom Fernsehen, fragt nach einer Karte. Wir sind etwas verwirrt und zeigen unsere Navi-Empfehlung.

 

 

Wir sitzen fest

Nach ca. einem Kilometer in der Nähe der Seen, sieht der Boden noch gut aus. Er ist mit Steinen versetzt und einigen Fahrspuren.
Plötzlich drehen die Reifen durch. Wir stoppen. Drei von vier Reifen sind im Boden versunken. Es geht weder vor noch zurück.
Nachdem ein bis zwei Versuche, die Reifen auszugraben mit Sandblechen und Steinen zu unterbauen, scheitern, sinkt Loki immer tiefer im Moor ein. Wasser sammelt sich. Der Boden unter der Oberfläche ist lehmig. Es geht weder vor noch zurück. Nur noch tiefer.
Einen Tag nachdem wir jemanden aus dem Fluss gerettet haben, sitzen wir fest.
Hilfe ist nicht in Sicht. Am Horizont tauchen zwar LKW’s auf, aber diese fahren um das Tal herum.
mongolia Altai-21Von irgendwo her taucht die Freiwillige Feuerwehr hinter uns auf. Sie haben sich auch für die Route und nicht für die andere entschieden.
Schnell wird klar, dass sie aufgrund des Untergrundes nicht nah genug an uns herankommt. Die Abschleppseile werden durch Spanngurte verlängert. Der erste Versuch scheitert, der zweite, der dritte. Wir versuchen Loki komplett aufzubocken, die Reifen aus dem Wasser und Lehm zu bekommen und mit Steinen und insgesamt sechs Sandblechen. Loki ist inzwischen bis zur Achse verschwunden.
Nach drei Stunden ist es soweit. Die Mücken außen herum haben uns fast aufgefressen. Der nächste Versuch: Der Spanngurt reißt. Ok noch ein Versuch: vermutlich der letzte.
Es gelingt: Loki kommt frei.
Der Weg führt nun außen um das Tal herum. Auf einem Feldweg, der keiner mehr ist. Aber er trägt uns.
Wir haben wohl mehr Glück als Verstand gehabt. Einheimische wären die Route nicht gefahren. Glücklicherweise kam ein ortsunkundiger Overlander vorbei.
Am Abend tauscht Astrid noch schnell und unfreiwillig eine Flasche Vodka gegen ein Fell. Uns zittern noch immer die Knie, welches Glück wir heute hatten. Es hätte Tage dauern können, bis wir Hilfe bekommen hätten.


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