Südroute Mongolei Bayankhongor 4


Unsere Nacht neben der Teerstraße war ruhig. Kaum ein Fahrzeug fuhr vorbei. So sitzen wir beim Kaffee wieder und suchen LKW’s am Horizont. Der Weg unserer nächsten Etappe auf der Südroute Mongolei in Richtung Bayankhongor führt wohl nicht über diese Teerstraße.

Südroute Mongolei nach Bayankhongor – Auf der Suche nach der besten Fahrspur

Unsere Navis kennen weder die Straße auf der wir uns befinden noch einen Weg weiter.
Wir sollen 50km zurück und dann irgendwie in Richtung Süden fahren, empfehlen sie. Die Trucks, die wir beobachten, fahren ca. 2-3 km hinter uns von der Straße ab ins Gelände.
Also versuchen wir es und fahren die Route der Trucks.
mongolia South route day6-6Die Piste ist anscheinend neu und genial zum Fahren. Wir kommen gut voran.
Irgendwann wird es hügliger. 20 -30 Fahrspuren führen über die Hügel und Senken.
Einige sind Wellblech pur, einige mit Schlaglöchern, einige mit beidem und einige nur sandig. Sandige Spuren mag Loki.
Vom nächsten Berg beobachten Truckfahrer das Geschehen. Der Verkehr scheint nur noch über die linke Spur zu gehen. Kein gutes Zeichen. Wir versuchen die Spuren zu wechseln und nach links zu kommen. Noch gibt es kein Anzeichen, dass die Piste schlechter wird. Aber wartende Truckfahrer, Fahrzeuge die nur links fahren. Irgendetwas ist faul hier.
Fast sind wir auf der linken Spur, wird der Boden nass und weiche. Ein Vadi, es geht bergauf. Loki hinterlässt tiefe Spuren. Anhalten können wir nicht, zurück auch nicht, die Spur wechseln auch nicht mehr. Also aufs Gas und Augen zu und durch.
Nach 800m haben wir die Passage geschafft. Die Truckfahrer klatschen Applaus. Sie werden wohl nicht unsere Route fahren.
Unsere Fahrt geht weiter auf und ab. In den Senken steht das Wasser. Wir fahren auf der Hauptpiste. Sicher ist sicher.
Am späten Nachmittag erreichen wir einen Fluss. Zeit zum Wäschewaschen. In der trockenen Hitze sind die Sachen schnell getrocknet. Ca. 200m neben einer Siedlung könnten wir die Nacht verbringen. Kinder kommen schon neugierig näher. Aber wir haben ein ungutes Gefühl. Wir fahren weiter.

Flussdurchquerungen

Wir haben an dieser Siedlung drei Flussdurchfahrten vor uns.
Wir warten, das Einheimische vor fahren und dann hinter her. Das ist der Plan. Sie sollten den Weg doch am Besten kennen.
Ein Auto wird von einem Traktor durch den Fluss gezogen.
Auf der anderen Seite steht ein Bus. Er hat wohl die gleiche Idee, wie wir und wartet, das wir fahren.
Ok, dann fahren wir mal. Fahrspuren zeigen die Ein-und Ausfahrt. Wir treffen die Linie gut. Langsam aber sicher fährt Loki durch den Fluss. Plötzlich sackt Loki vorne ab. Wasser spritzt bis an die Frontscheibe. Es ist wohl doch nicht die optimale Route. Wir schaffen es trotzdem. Der Busfahrer wird wohl einen anderen Weg nehmen.

mongolia South route day6-210km stehen wir wieder vor einem Bach. Die Hauptspur ist extrem matschig und der Untergrund nicht fest. Wir schauen wohl etwas hilfsbedürftig drein, so dass uns ein Hirtenjunge eine alternative Durchfahrt zeigt.
Die planen wir dann aber erst für den nächsten Tag und schlagen unser Nachtquartier auf.
Die ganze Nacht fahren Autos und Trucks durch den Bach. Am nächsten Morgen steht ein Kamaz in der Durchfahrt. Festgefahren. Er fragt uns natürlich nach Hilfe.
Wir versuchen ihm zu erklären, dass im nächsten Ort schweres Gerät steht. Aber er verneint: Er meint, ehe er die Besoffenen dort fragt, zieht er seinen Truck lieber selbst heraus.
35 Tonnen, matschiger Untergrund, wir sehen die Chancen, dass wir uns festfahren deutlich höher,als das wir Ihn dort herausziehen.
Glücklicherweise kommen zwei mongolische Trucks. Bei einem Kaffee beobachten wir das Geschehen. Sie benötige beide Fahrzeuge um den Kamaz wieder flott zu kriegen. Das hätten wir niemals geschafft. Unsere Bachdurchfahrt ist eher unspektakulär. Es werden nicht einmal richtig unsere Reifen nass. Man muss halt an der richtigen Stelle drüber.

Die Fahrt geht weiter bergauf und bergab.

Bayankhongor

Bayankhongor

Die Piste vor Bayankhongor wird richtig schlecht. Wir haben uns wohl wieder die falsche Route ausgewählt. Die Trucks fahren oben und bei uns steht das Wasser.
Wind zieht auf, der Himmel wird schwarz, es fängt leicht an zu regnen. Wir entschließen uns auf die Piste der Trucks zu fahren.
Bayankhongor liegt vor uns noch 15km. Sand peitscht über die schlechte Piste. Die Kilometer ziehen sich. Wir können nur noch in Schrittgeschwindigekeit fahren. Bayankhongor kommt nicht näher. Wir brauchen fast eine Stunde für die 15km.
Wir tanken, kaufen ein und fahren weiter. Teerstraße. Wir halten abends auf der alten Hauptpiste neben der Straße in den Bergen. Hier fährt niemand mehr.


 

 


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4 thoughts on “Südroute Mongolei Bayankhongor

  • Astrid Eisheuer Post author

    Ja, da haben wir wieder Glück gehabt. Aber unser Vertrauen in die Fahrkunst der Mongolen ist etwas geschwunden. Sie warten auch nur wer zuerst fährt.

  • Bernhard

    Hallo Astrid und Sven,
    schön von Euch zu hören. Ihr habt also Eure Loki wieder fit bekommen und seid auch in der Mongolei angekommen.
    Wir sind seit 2 Tagen in Ulaanbataar, haben vom Naadam-Fest die Eröffnungsfeier und heute das Reiterfest besucht, morgen gibt es eine Stadtführung, anschließend schauen wir Fußball irgendwo in der Stadt, übermorgen starten wir in die Natur.
    Ja, der Toyo hat in Krasnojarsk 2 neue Plattfederpakete bekommen und fühlt sich auf den ruppigen Straßen in der Mongolei richtig wohl.
    Liebe Grüße an Euch beide und weiter eine gute Fahrt wünscht
    Bernhard