Steyr 680 “Loki” und der Süden von Estland 4


„Da ist die Grenze“, sage ich. „Naja, was davon halt noch übrig ist“, meint Astrid. Durch die Europäische Union ist der Grenzübertritt nach Estland wieder sehr einfach. Wir entscheiden uns kurz hinter der Grenze einen Camping Platz am Meer anzufahren und nach den Tagen von Riga etwas zu relaxen. Aber meistens kommt es anders: Unser Steyr 680 „Loki“ meldet sich zu Wort.

Loki und der Süden von Estland

Estonia-2Wir halten direkt am Meer unter Kiefernbäumen. Irgendwie schaut es aus wie in Thailand, nur die Bäume sind anders“, meint Astrid. Nach dem Abstellen des Fahrzeuges erfolgt wie immer unser Routinecheck bei „Loki“. „Uuups, da tropft etwas“, stellt Astrid fest. Ja, da tropft wirklich was. Es ist der Kühler. Wir entschließen uns einen Eimer runter zu stellen und den Tag am Meer erst mal zu genießen. Nach und nach füllen sich die Stellplätze um uns herum mit finnischen Campern. ‚Wir haben wohl das Einzugsgebiet der deutschen Camper verlassen’ denken wir.
Um uns herum gibt es viele Feuerstellen, von denen wir eine am Abend noch nutzen.
Die trockenen Kiefernnadeln sowie das trockene Holz brennen wie Zunder.
Ein deutsch-finnisches Pärchen, das sich mit ihren Kindern auf dem Weg nach Deutschland befindet, gesellt sich zu uns. Es ist ein unterhaltsamer Abend.

Am nächsten Morgen hat sich schon reichlich Wasser im Eimer unter dem Kühler gesammelt. Es ist Zeit den Vorderreifen abzubauen und das Leck zu suchen. Wir finden das Leck leider nicht. Kühler ausbauen? Nein, wir wollen den Kühler noch nicht ausbauen. War da nicht eine Werkstatt an der Grenze?
Wir füllen Kühlwasser nach und los geht es. Nach einigen Minuten kommen wir an der „Werkstatt“ an. Naja es ist mehr ein Auto-Hifi-Fachgeschäft. Uns und dem Kühler kann hier nicht geholfen werden, da es Samstag ist beschließen wir, wieder zurück zum Camping-Platz zu fahren. Dort angekommen tropft der Kühler nicht mehr. Problem gelöst.

Denkst Du! Am nächsten Morgen fahren wir weiter in Richtung Norden. An einer Tankstelle stellen wir fest: Der Kühler tropft mehr als zuvor. Naja! Also eine Werkstatt suchen.

In Pränu knapp 50km nach unserer Abfahrt werden wir fündig: Eine MAN-Werkstatt.
Gestern war Samstag also ist heute wohl Sonntag. Die Werkstatt ist geschlossen. Aber auf dem Hof steht ein Hanomag. Also beschließen wir zu warten. Liebe zu alten Autos kann ja nicht schaden. Glücklicherweise befindet sich 1km entfernt ein Camping-Platz idyllisch an einem Fluss gelegen. Es ist Neben-Saison: Loki und wir sind die einzigen Gäste.

Estonia-5Am nächsten Morgen um 8Uhr – naja fast sagen wir 9:30Uhr – stehen wir vor der Werkstatt. Sie sind superfreundlich, hilfsbereit und sprechen perfekt englisch.

Einschub: Auf dem Weg von Riga waren wir bereits auf der Suche nach einer Werkstatt. Unsere Radaufhängung hinten hatte sich etwas geneigt und wir wollten sie schweißen lassen. Aber wir fanden dort aber keine.

Schnell wird die Radaufhängung wird und für den Kühler haben sie keine Lösung.Loki_

Versuchen wir es mit Kühlerdicht. Eine Flasche reicht für ca. 10l Kühlerflüssigkeit. Loki hat aber knapp 30l. Verlieren können wir nichts. Und es hört wirklich auf zu tropfen.
Wir bekommen in der Werkstatt noch unseren Ölkanister aufgefüllt – wir haben jetzt auf 6.000km ca. 6l verbraucht.
Und neue Glühlampen können sie auch noch organisieren. Die Pflicht in den meisten Ländern am Tag mit Licht zu fahren hat uns bereits alle Ersatzglühlampen gekostet und unsere haben wir trotz angestrengter Suche noch nicht gefunden. „Die Glühlampen sind aber erst am nächsten Morgen da“ hören wir. Kein Problem zurück an den Fluss und noch einen Tag ausspannen.

Am nächsten Morgen stehen wir dann aber wirklich um 8Uhr in der Früh vor der Tür, wir packen die Glühlampen ein und verabschieden uns weiter in den Norden in den Lahemaa Nationalpark.


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