Nordostindiens


Von der Gastfreundschaft in Nagaland, über Nashörner in Assam bis hin zu den lebenden Brücken in Meghalaya – wir sind im von den meisten Touristen vergessenen Teil von Indien – in Nordostindien.

Der vergessene Teil – Nordostindien

Etwas verunsichert sind wir schon als wir die Grenze von Myanmar passieren. Unser Reiseführer zeigt uns nur wenige Seiten, viele Warnhinweise und informiert uns darüber, dass wir viele Sondergenehmigungen brauchen.

So ist die Militärpräsenz hinter der Grenze auch sehr hoch. Wir müssen etwas Zeit investieren, um die verschiedenen Check-Points zu passieren.

Als allzu freundlich empfinden wir die Leute in der Grenzregion Manipur nicht und entscheiden uns weiter, in das Land der Kopfjäger nach Nagaland zu fahren.

Die Gastfreundschaft in Nagaland

Der Weg führt uns durch Berge und Täler, die Straße ist nicht immer im besten Zustand und so passiert es. Eine dritte Blattfeder bricht bei Loki. Wir sind zum Glück nicht weit von Kohima der Hauptstadt von Nagaland entfernt.


Aber trotz des Maleurs fahren wir ein paar Nächte in die Kisama Heritage Village vor den Toren der Hauptstadt. Wir sind hier quasi allein. Das Hauptereignis hier ist das Nashornvogelfest im Dezember, welches viele Touristen anzieht.

Die Kopfjäger in der Region waren jahrhundertelang wegen ihrer kriegerischen Grausamkeiten und ihrem Unabhängigkeitsstreben befürchtet. Man galt nur als Mann, wenn man den Kopf eines Feindes erbeutet hatte. Noch heute sind „Vertragssteine“ ein seltsames Merkmal der modernen Siedlungen, die Friedensabkommen mit Nachbargemeinden bezeugen. Im Jahre 1935 wurde die Kopfjagd offiziell verboten und 1963 der letzte Fall bekannt. Wir können uns hier also sicher fühlen.

Nach ein paar Tagen Entspannung in der Heritage Village geht es nach Kohima. Die Hauptstadt zieht sich über mehrere Bergrücken und Hügel.

Der Tag in der Werkstatt wird lang. Aber wir sind überrascht, mit viel Feingefühl werden die Federn von Loki repariert.

Der Sonnenuntergang und unser Aufbruch naht, als sich uns ein Herr mit Dr… vorstellt und uns einlädt zu dieser späten Stunden den Abend auf seinem Hof zu parken. Wir nehmen die Einladung dankend an. Wir sind mehr als überrascht von der Gastfreundschaft. Wir werden freundlich begrüßt, der Familie vorgestellt, lecker bekocht, verwöhnt und verbringen den Abend bei netten Gesprächen über den Dächern von Kohima.

Die Nashörner von Kaziranga

Am nächsten Tag setzen wir unsere Reise fort. Es geht in die Region Assam in den Kaziranga Nationalpark. Der Park ist bekannt für seine Nashörner – es leben ca. 2.500 dort und seine Tiger.

Es ist Zeit für unsere erste Safari auf der Reise. Am Nationalpark erwartet uns ein ruhiger entspannter Touristenort, der nicht für ausländische sondern auch für viele inländische Touristen ein Magnet ist. Die Nashörner zu entdecken ist nicht schwer, bereits von der Straße sehen wir welche. Doch wir wollen dichter ran und entscheiden uns am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang eine Safari mitzumachen. Und es hat sich gelohnt, wir kommen sehr Nahe an die Nashörner ran, die sich zum Teil im hohen Gras verstecken. Für uns ein einmaliges Erlebnis, was sich kaum steigern lässt, oder doch?

Die lebenden Brücken von Meghalaya

Es zieht uns weiter in Richtung Süden nach Sohra (Cherrapunjee). Hier gibt es den vierthöchsten Wasserfall der Welt, den Nohkalikai Wasserfall und lebende Brücken.

Die ganze Region nahe der Grenze zu Bangladesch ist seit einigen Jahren mit einem guten Straßennetz ausgebaut und erreichbar, doch verirren sich noch wenige ausländische Touristen hierher.

Cherrapunjee liegt auf einem Hochplateau mit dem Blick aufs Tiefland von Bangladesch. Der Ort ist der oder einer der regenreichsten Plätze auf der Welt. Im Schnitt fallen hier ca. 12.000mm Regen im Jahr. Zum Vergleich in London regnet es im Schnitt 615mm.

Der Nohkalikai Wasserfall ist noch einfach zu erreichen eine kleine Straße führt uns 5km zum Rand des Plateaus. Überall regnen Wasserfälle ins Tal.

Am nächsten Tag planen wir die lebenden Brücken zu besuchen. Ein Ausflug den wir noch drei Tage später spüren werden. Erst geht es zu einem kleinen Ort Tyrna auf einer schmalen Straße hinunter ins Tal und dann quer durch den Dschungel. Von Tyrna sind es nur rund 3km bis in den Ort Nongriat, die es aber in sich haben. Ca. 3.500 Stufen und vier schwankende Stahlseilbrücken müssen wir bewältigen, um Nongriat zu erreichen. Hier liegt die auf der Welt einmalige lebende Wurzelbrücke auf zwei Etagen. Ein atemberaubendes Erlebnis im Dschungel von Indien.

Erstaunt waren wir in Nordostindien hauptsächlich Christen anzutreffen. In den meisten Staaten ist die Amtssprache, aufgrund der Vielzahl einheimischer Dialekte – Englisch. Daher sprechen die Menschen hier sehr gutes Englisch.

Jetzt geht es weiter nach Sikkim. Der Himalaja ruft.