Mosambik


In den frühen Morgenstunden landete ich in Johannesburg. Mein Weiterflug nach Maputo (Mosambik) startete schon drei Stunden später, nicht genügend Zeit, um in die Stadt reinzufahren. Daher verbrachte ich die Zeit zwischen Fußballfans am Johannesburger Airport.

 Maputo

Angkommen am Flughafen von Maputo wartete ich kurz vor dem Flughafen. Mein Plan ging auf. Zwei Backpacker gesellten sich zu mir und wir teilten uns das Taxi in die Stadt. Das Finden eines Zimmers stellte sich dagegen als vergleichsweise kompliziert heraus. Durch die gerade in Südafrika stattfindende Fussball-Weltmeisterschaft waren auch die Zimmer in Maputo rar. Glücklicherweise fanden wir nach längerer Suche eine bezahlbare Bleibe. Angekommen im Guesthouse wurden wir von der Rezeptionistin mit Hilfe eines Stadtplans darauf hingewiesen, welche Plätze wir aufgrund der Kriminalität nachts und sogar tagsüber meiden sollten. Maputo MarketZu meiner Überraschung waren hier alle Häuser mit einer Mauer umgeben und die Fenster meist vergittert. Auch unser Guesthouse wurde durch eine Wache auch Tag und Nacht geschützt.

Den nächsten Tag nutzten wir um Maputo zu erkunden. Unseren Stadtplan in der Hand ging es durch die Stadt. Aufgrund eines Tipps besuchten wir zu erst die Ausstellung eines einheimischen Künstlers, der die Jahre nach der Unabhängigkeit Mosambiks in Bildern festgehalten hatte. Mosambik war früher eine portugisische Kolonie, was im Stadtbild auch noch zu erkennen ist.

Bahnhof Maputo

Diese Jahre  waren – leider wie zu oft – gekennzeichnet durch das Aufflammen alter Stammesfeindschaften und einem daraus folgenden Bürgerkrieg. Mit dem Eindruck der Bilder ging es später weiter durch das geschäftige Treiben in Richtung Hauptbahnhof. Ein beeindruckendes Gebäude das sich vom üblichen Bauzustand deutlich abhob.

Festungsanlage

Der Weg weiter am Ufer führte uns zu einer alten Festungsanlage der Portugiesen.

Den Abend nutzten wir um Köstlichkeiten aus dem Meer zu probieren. Per Taxi ging es zu einem kleinen unscheinbaren Platz hinter dem sich ein Fischmarkt mit angeschlossenen “Restaurants” auftat. Nach dem wir, die einzigen nicht Afrikaner hier waren, wurden wir – nicht aufdringlich – von mehreren Personen aufgefordert, in dem einen oder anderen Restaurant einzukehren. Der weite Weg hatte sich gelohnt. Das Essen war ein Gaumenschmauß. Garnelen, Krabben usw. Auf verschiedenste Art und Weise zu bereitet.

Tofo

Tofo Beach

Nach zwei interessanten Tagen in der Maputo zog es mich weiter nach Tofo. Ein Ort weiter nördlich, vor dessen Küste ein Tauchgebiet liegt, dass ich schon immer erkunden wollte.

Dort angekommen bezog ich – wie eigentlich immer – erst mal ein Quartier. Für preisverwöhnte Asienreisende ist vielleicht interessant, dass die Unterkünfte hier zwar ähnlich sind, aber meist zwischen 20 und 30USD kosten. Das Essen bewegt sich preislich auf gleichem Niveau. Nachdem ich einen Platz in Strandnähe gefunden hatte, ging es auf, eine Tauchbasis zu finden – was nicht wirklich schwer war.

Tauchen vor Tofo

Das Tauchen vor Tofo war traumhaft. Vorher Internet hatte ich erfahren, dass dort Mantas, Walhaie und im Juni Buckelwale zu erwarten sind – und das Internet hatte nicht gelogen.Humpback WhaleDie nächsten Tage verbrachte ich daher Vor-Ort mit Tauchen – meine Pläne wurden über Board geworfen und ich fuhr nicht, wie geplant, weiter durch Mosambik. Die Tauchgänge mit den Mantas faszinierten mich. Ebenso tauchten eine Woche nach meiner Ankunft die ersten Buckelwale auf. Diese schwammen, tanzten und sprangen bei unseren Fahrten mit dem Zodiak zu den Tauchplätzen grundsätzlich um uns herum. Ebenso tummelten sich noch einige Walhaien vor der Küste. Zodiak TofoDie Tauchreviere dort, liegen meist in einer Tiefe von 15-25m und sind mit Fahrzeiten zwischen 15 Minuten und einer Stunde erreichbar. Aufgrund der Tiefe empfehle ich, mit Nitrox zu tauchen, um die Nullzeiten zu verlängern. Aus Erfahrung kann ich sagen, es ist schade, wenn die Mantas über einem tanzen und man schon wieder auftauchen muss. Je länger ich dort blieb, um so spannender wurde es unter Wasser. Durch die im Juni auftauchenden Buckelwale, waren während des Tauchgangs Walgesänge unter Wasser zu hören. Genial. Wenn diese während des Tauchganges lauter wurden, ging mein Blick immer in die Ferne: Hoffentlich sehe ich einen. Leider klappte das nicht.

Auf Stand by

Maputo BeachDie Abende in Tofo verbrachte ich oft damit, die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft zu schauen. Spannend war das Spiel Deutschland gegen England im Kreise von englischen Fans. Bedingt durch die Spannung unter und auch über Wasser zögerte ich meine Abfahrt immer weiter hinaus. Ich hatte Karten für die Viertelfinalspiele in Johannesburg und musste zu einem bestimmten Zeitpunkt dort sein. Mit Hilfe des sporadisch vorhandenen Internets versuchte ich meine Reiseroute zu optimieren – Früher Morgen Abfahrt in Tofo, nach Maputo, dort in den Flieger und dann weiter nach Jo’burg. Der Plan war gut, ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass Ghana im Viertelfinale spielte und die Flüge von Maputo und Tofo komplett ausgebucht waren. Angekommen am Flughafen erhielt ich die Mitteilung, dass beide Flüge an diesem Tag belegt waren. Mist. Nach Maputo reinfahren und dann mit dem Bus weiter nach Jo’burg ging auch nicht. Der Bus war schon weg und die Übernachtungsmöglichkeiten in Maputo waren – wie ich ja bereits wusste – begrenzt. Also wartete ich und wartete und wartete, verbunden mit einem gewissen Zweckoptimismus. Ab und zu ging ich an den Schalter und fragte, ob vielleicht doch noch ein Platz frei wäre. Die Antwort: Nein.

Später, kurz vor Abflug der Maschine, wurde ich an den Check-In geschickt. Ein Wunder! Es war ein Platz frei, schnell sprintete ich über den Flughafen zum Ticketschalter, nach einiger Diskussion und einem Anruf stellte die Dame mir ein Ticket aus und es ging nach sechs Stunden Wartezeit und quasi auf den letzten Drücker nach Jo’burg.

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