Leh vom Geheimtipp zum 1


Leh gehört wahrscheinlich zu den spektakulärsten Plätzen in Indien. Die Stadt im Nordwesten des Landes galt lange als Geheimtipp unter Reisenden.

Leh vom Geheimtipp zum Touristenmagneten

Ich sitze in einem der vielen Rooftop-Restaurants in Leh. Die Sonne will langsam hinter den schneebedeckten Bergen, die die Stadt umzingeln, verschwinden. Mein Blick schweift über die Chanti Stupa zum Palast bis hin zur Gompa.

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Es ist ein traumhafter Anblick. Es ist ein traumhafter Abend, oder doch nicht?

Von der Straße aus tönen die Hupen der Autos. Nicht einmal, nicht zweimal sondern es ist ein permanentes Hupen. Es erinnert mich eher an Delhi als an ein beschauliches Bergstädtchen im Nordwesten von Indien.

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Parken ist hier in der Straße zwar nicht erlaubt. Doch das interessiert niemanden. Wir sind in Indien. Und so manövrieren sich die zahlreichen Autos hier direkt unter dem Restaurant mal wieder in eine ausweglose Situation. Der Verkehr staut sich in alle Richtungen. Vom ständigen Hupen löst sich der Stau aber auch nicht auf.

Mit liegen noch die Schwärmereien von Gaby im Ohr. Sie war vor ein paar Jahren hier. Damals war Leh noch ein Geheimtipp. Es gab kaum Autos, kaum Motorräder. Heute steht Guesthouse neben Guesthouse, Hotel neben Hotel, Restaurant neben Restaurant und zwischen allem die vielen Reiseagenturen, die um die Gunst der indischen und ausländischen Besucher buhlen.

1leh und umgebung-18Beim Versuch einen Traumstellplatz in Leh zu finden stoßen wir immer auf Ablehnung bei den Guesthäusern. Parkplätze sind rar und spätestens am Abend ist die Stadt wieder hoffnungslos überfüllt. Wir verursachen bei dem Versuch auch erst einmal einen Superstau in dem kleinen Städtchen. Die Straßen sind eng und schmal und wir gelangen irgendwie mit den Wagen in die Innenstadt. Loki steckt fest, der Bock steckt fest. Hinter uns staut sich der Verkehr. Ein Hupkonzert ertönt durch die Stadt. Und nun? Es geht weder vor noch zurück. Passanten erbarmen sich und fangen an, die wie wild parkenden Autos an den Straßenrand zu tragen. Nach 30 Minuten löst sich die Situation und wir rollen wieder. Etwas entfernt finden wir später einen Stellplatz auf dem Parkplatz des Touristenbüros von Leh.

Das Hupkonzert unter dem Restaurant hat sich noch immer nicht gelegt. Mein Curry kommt. Irgendwie passen der Ausblick und der Krach nicht zusammen.

Vielleicht sollte sich Leh ein Beispiel an Shimla nehmen. Dort ist die Innenstadt quasi autofrei. Oder vielleicht sollten einfach nur die vorhandenen Verkehrsregeln durchgesetzt werden.

1leh und umgebung-25An Leh selbst kommt kein Reisender, der das wunderschöne buddhistische Ladakh besuchen will, vorbei. Die Region liegt an der grenze zu Pakistan und China. Hier gibt es des Öfteren Grenzstreitigkeiten. Alle Besucher brauchen eine Genehmigung, um in die grenznahen Regionen zu fahren. Die gibt es nur in Leh. Und so sind wir auch hier.

Der Stau hat sich gelöst. Es herrscht wieder Ruhe. Mal schauen für wie lange.

Morgen geht es in Richtung Norden ins Nubra-Tal. Es hält hoffentlich was es verspricht.

 

 


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One thought on “Leh vom Geheimtipp zum

  • Frank

    In Shimla mag die Innenstadt verkehrsberuhigt sein, dafür ist der ganze Rest eine einzige Verkehrskatastrophe. Ich muß da jedenfalls auch kein zweites mal hin. Wie ich überhaupt nach 2 Reisen (2002 und jetzt) von zusammen über einem Jahr kein drittes mal mehr nach Indien muß… Dir viel Spaß in Pakistan 😉