Das Hotel und die Entscheidung umzudrehen 2


Wir planten nach der Abfahrt von den Camping Sites in Oster eine Nacht vor der Grenze in einem Hotel zu verbringen. Wir brauchten Zeit, um uns zu sammeln und unsere weitere Route vorzubereiten. Die letzten Tage, Wochen hatten wir beide meist schlecht geschlafen und zum Teil bis tief in die Nacht einen Parkplatz gesucht.

Das Hotel und die Entscheidung umzudrehen

Wir passierten wieder Polizeikontrollen. Im Gegensatz zum Westen des Landes, wo wir passieren durften, wurden wir jedes Mal angehalten. Einige Kontrollen verliefen problemlos, bei anderen sahen wir uns den kreativen Auslegungen der ukrainischen Verkehrsregeln konfrontiert. Es wurde etwas gesucht, um uns abzukassieren. Die Zeit verging, wir fuhren von Polizeikontrolle zu Polizeikontrolle auf der Suche nach einem Hotel mit Internet.

Links und recht der Straße sahen wir aber Nichts außer Feldern. In einer kleinen Stadt abseits der Straße gab es Hotels, aber auch ein Fahrverbot für „Loki“ bereits 5 Kilometer bevor wir die Stadt erreichten.

Es ging weiter auf der Landstraße Richtung russische Grenze. Unser Navi zeigte keine Hotels mehr an. Doch da war ein Hotel an der Straße direkt neben einer neugebauten Molkerei. Check-In

Bevor wir uns niederließen, gingen wir zu Fuß durch eine kleine Ortschaft auf der Suche nach einem Supermarkt.

War es die Route, die Ukraine, waren es wir? Wir waren beide gestresst und fertig. Die letzten Tage, Wochen hatten uns geschafft.

Die Reparatur von „Loki“, die Polizeikontrollen, die außerplanmäßigen Hotelübernachtungen summierten sich in der Zwischenzeit auf ca. 1.000EUR. Und wir waren noch nicht einmal in Russland.

An dem Punkt kamen wir alleine nicht weiter. Wir skypten und holten uns Ratschläge. Anderthalb Jahre Planung wegwerfen oder weiterfahren?

Wir bekamen Angst vor unserer eigenen Courage. Wir drehten am nächsten Morgen um in Richtung Polen.

Ukraine in Zahlen (bis dahin)

1.100 gefahrene km, davon ca. 400km um und hinter Kiew

Polizeikontrollen im Westen des Landes: 1

Polizeikontrollen um und hinter Kiew: >10, davon mit Polizisten mit USD in den Augen: 2

Nachtfahrten auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz, da es den angefahrenen nicht mehr gab: 3

Nächte in denen wir geweckt wurden: 2

 


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2 thoughts on “Das Hotel und die Entscheidung umzudrehen

  • blauerakete

    Hey, lasst euch nicht die Reiselust verderben. Der Weg über das Baltikum ist wunderschön und die Campingplätze noch sehr komfortabel ausgestattet. In Russland einen Campingplatz zu finden wird eher schwieriger werden. Vor allem im westlichen teil ist alles sehr besiedelt und wildes Campieren nicht sehr einfach. Aber wenn ihr gar nichts mehr findet, könnt ihr immer noch auf einen der vielen bewachten Rastplätze ausweichen wo es manchmal sogar super schöne Duschen gibt. Je östlicher ihr kommt um so mehr schöne Plätzen in der Natur werdet ihr finden.

    LG Christian & Iris