Amritsar und Mrs. Bandaris Guesthouse


Mrs. Bandaris Guesthouse ist eine kleine grüne Oase in der Millionenstadt Amritsar. Oder wie ich es nenne, der jetzt schon zwangsweise drei Wochen hier ist: „Mein kleines grünes Gefängnis.“

Amritsar und Mrs. Bandaris Guesthouse

Amritsar ist eine Stadt in Indien nahe der pakistanischen Grenze. Es ist mein Sprungbrett in Richtung Deutschland. Laut dem Lonely Planet gehört, die quasi einzige wirkliche Sehenswürdigkeit in der Stadt „Der Goldene Tempel“, zu den Top 11 Highlights in Indien. Naja, außer dem Tempel hat Amritsar in meinen Augen nicht viel mehr zu bieten. Es ist eine laute von hupendem Verkehr geprägte indische Stadt. Dazu kommt noch, dass es gerade Regenzeit ist und die feuchte Hitze in der Stadt steht. Es weht praktisch kein Wind und wir haben Temperaturen zwischen 35 und 40Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von Nahe 100%.Amritsar-6 Amritsar-5 Amritsar-4

Und ich muss hier bleiben. Mein Pass aus Deutschland mit den Visa für Pakistan und Iran ist auf dem Weg hierher. Ja er ist gerade irgendwo auf dem Weg. Die Deutsche Post ist leider sehr sparsam mit ihren Tracking-Informationen.

Was macht in dieser lauten indischen Stadt bei einer unerträglichen Hitze. Es bleibt nicht viel.

 

Amritsar-3Zum Glück verbringe ich die Zeit in Mrs. Bandaris Guesthouse. Das Guesthouse ist eine Institution in der Stadt. Ihre Gründerin Mrs. Bandaris war das über lange Zeit auch. Die letzte Parsi in Amritsar. Sie ist über 100 Jahre alt geworden. Noch heute lädt ihre Tochter zu ihrem Geburtstag Gäste ein. Das Guesthouse hat eine über 50jährige Tradition in der Stadt. Es zählt sicherlich nicht zu den günstigsten Räumlichkeiten in der Stadt, aber es ist eine Oase. Zwar nicht der Ruhe, der Verkehrslärm dringt auch bis hierher. Aber es ist aber auch der schönsten Stellplätze in einer indischen Stadt, den wir bisher angefahren haben. Es gibt mehrere Häuser mit Gästezimmer, die wirklich gut gepflegt sind, einen großen, liebevoll gepflegten Garten mit verschiedenen Vogelarten, Eichhörnchen, den best aussehensten Wasserbüffeln der Welt und sogar einen Pool. So wunderbar konnte ich noch nie in einer indischen Großstadt abschalten.
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Ich bin aktuell der einzige Gast. Das macht das Warten auf den Pass etwas einsam. Raus auf die Straße mag ich gar nicht mehr gehen. Es ist zu laut, zu heiß und zu dreckig. Es ist Indien Nach vier Monaten in diesem Land genieße ich lieber meine Tage in meinem kleinen grünen Gefängnis am Pool. Jedenfalls solange, bis mein Pass hier ist.

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