Abtauchen in Ladakh 2


Ehrlich gesagt, bin ich schon etwas an genervt, von diesem staubigen und lauten Leh. Aber das heißt nicht, dass es um Leh herum nicht viel zu entdecken gibt. Um Leh herum gibt es die offiziell höchste befahrbare Straße der Welt, aber auch die inoffiziell höchste befahrbare Straße der Welt. Ebenso ist Ladakh das Herz des Tibetanischen Buddhismus außerhalb von Tibet. Es gibt viele Gompas (tibetisch buddhistische Klöster) in dieser Region. Auch der höchste Salzwassersee Asien der Pangong Tso liegt hier. Es gibt auch Gerüchte in der Stadt, dass der Dalai Lama kommen soll. Also hier ist genug zu entdecken.

Abtauchen in Ladakh

Die höchste befahrbare Straße der Welt – Nubra-Tal

Hinter einem der schneebedeckten Berge um Leh herum, legt das Nubra-Tal.
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Es ist mit seinen Gompas ein Zentrum des tibetanischen Buddhismus. Das Tal liegt in der Grenzregion zu Pakistan. Beide Länder Indien und Pakistan sind sich über die offizielle Grenzziehung noch nicht einig. So ist dieses Gebiet militärisches Sperrgebiet und wir brauchen eine Genehmigung. Die ist aber nach Jahren der Entspannung dort oben, leicht in Leh zu erhalten. Um zum Nubra-tal zu gelangen, müssen wir die offiziell höchste befahrbare Straße der Welt überqueren. Der Khardung La ist laut indischen Behörden 5.600m hoch. Die Straße hinter Leh steigt schon mal steil an.

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Aber ist der Pass dort vorne wirklich 5.600m hoch? Wir passieren den ersten Kontrollpunkt bis dort hin war die Straße ein Traum. Für die nächsten 15Kilometer wird sie aber eher zum Albtraum. Schneefall, starke Temperaturunterschiede, Regen, Schmelzwasser, instabile Berghänge erschweren die Instandhaltung des Weges zum Khardung La. Hinzu kommen hunderte von Ausflüglern aus Leh. Der Weg zieht sich.

Als Fahrer habe ich mal wieder kein Auge für den wunderschönen Ausblick auf das Tal von Leh. Meine Augen hängen nur auf der Piste. Endlich oben am Pass angekommen, zeigt das GPS „nur“ 5.370m. Wo sind die anderen versprochenen 230 Höhenmeter hin? Naja, was soll es. Es ist bisher die höchste Straße, die wir jemals gefahren sind.
Die nächsten 15Kilometer talabwärts, stehen den letzten Kilometern bergaufwärts in nichts nach. Die Piste ist einfach schlecht und nervig.

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Im Nubra-Tal selbst verbringen wir ein paar Tage in den Dünen von Hundar und Sumoor. Hier leben noch Nachfahren der alten Seidenstraßenkamele. Die Kamele in Hundar stehen gut im Futter, die in Sumoor …. naja sagen wir eher nicht. Dafür ist Sumoor deutlich ruhiger und entspannter. In Hundar drängeln sich die Touristen und nebenbei wird noch an einem neuen geheimen Bollywood Blockbuster gearbeitet.
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Was im Nubra-Tal neben der Landschaft auf alle Fälle eine Reise wert ist, sind die Gompas. Wunderschöne Klöster überragen das Tal. Freundich sind die Mönche auch. Dummerweise gelange ich immer zur Zeremonie Zeit ins Kloster. Ich werde freundlich eingeladen. Es werden Tee und viele unglaublich ungesunde Sachen wie Chips, Kekse usw. gereicht. Auf der Reise habe ich zwar abgenommen, aber ob das die bessere Ernährung ist?

Hallo Dalai Lama

Wieder zurück in Leh bestätigt sich das Gerücht. Der Dalai Lama kommt. Nur wann genau, dass was niemand (oder sagt niemand). Er kommt auf alle Fälle mit einem Flieger am Vormittag. Ok, also sind wir um 7Uhr am Flughafen und warten zwischen ankommenden und abfliegenden Touristen. Nur ist kein Dalai Lama in Sicht. Eine Stunde später ändert sich langsam die Szenerie. Es kommen mehr und mehr Mönchen und festlich gekleidete Einwohner von Ladakh.dalai lama empfang-9

Ein kleines Volksfest mit Tanz und Musik beginnt. Gegen 11:30Uhr ist es dann so weit. Die Tore öffnen sich und eine Kolonne von Autos braust vom Rollfeld heran. In einem dieser Autos sitzt der Dalai Lama. Die Autos suchen sich ihren Weg durch die wartende Menschenmenge. Der Dalai Lama winkt ihnen zu. Mir wohl auch und dann ist er verschwunden.dalai lama empfang-14

 

Der inoffiziell höchste Pass der Welt – Pangong Tso

Der See Pangong Tso liegt südöstlich von Leh. Ein Drittel des 150km langen Sees liegt in Indien und zwei Drittel in China. Auch hier herrscht aktuell Uneinigkeit über den genauen Grenzverlauf und wir brauchen wieder eine Genehmigung.

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Um zum Pangong Tso zu gelangen, müssen wir wieder über einen Pass. Offiziell ist der Chang La 5.360m hoch. Die Straße dorthin ist jedenfalls deutlich besser als die Straße zum Khardung La. Abgesehen von Militär-LKWs, die wohl gerade den Führerschein machen, kommen wir gut voran. Oben am Pass zeigt unser GPS plötzlich 5.388m. Wir sind höher als die offiziell höchste befahrbare Straße der Welt. Sind wir mal falsch abgebogen? Nein, ich glaube, die Inder wissen, dass der Khardung La nicht die höchste Straße der Welt ist, aber sie wollen, den Glauben gerne aufrechterhalten. Macht auch Sinn, sonst müssten Sie das Marketing, die Schilder, Karten und sonstiges ändern. Und wer würde dann über nur einen der höchsten Pässe der Welt noch ins Nubra-Tal fahren.
Naja, sei es drum. Wir sind jetzt den Khardung La, den Chang La und den Tanglang La gefahren. Alle drei Pässe liegen deutlich über 5.300m. Zehn Meter mehr oder weniger machen hier den Kohl auch nicht fett.
Vom Chang La sind es noch einige Kilometer bis zum See. Die Straße ist mal wieder traumhaft und do kommen wir auch gut an. Leider gibt es in dem zugänglichen Teil des Sees kaum bzw. keine Gompas und wir müssen uns neben dem unglaublichen Ausblick eine andere Beschäftigung suchen. Gehen wir tauchen. Tauchequipment ist ja im Loki. Die Flaschen sind voll. Es gibt schlimmeres als zwischen schneebedeckten Bergen mal wieder Tauchen zu gehen.

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Alchi und Lamayuru

Nach dem PangongTso hält uns nichts weiter in Leh. Wir fahren direkt weiter in Richtung Srinagar. Auf dem Weg dorthin gibt es einige wunderschöne und alte Gompas, die deutlich spannender erscheinen als der Ausblick in Leh zu bleiben.
Die Ursprünge beider gehen bis zu 1.000 Jahre zurück.


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